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Modellbau ganz badisch

Ein Besuch bei FW-Models in Philippsburg


Pascal Heil (links) und Matthias Paul haben sich mit ihrer Modellmanufaktur einen Traum erfüllt

Pascal Heil und Matthias Paul sind keine Unbekannten in der Großsegler- und Jetmodellszene. Mit FW-Models haben sich die beiden Freunde einen Traum erfüllt. Philipp Gardemin hat sie in ihrem Betrieb nahe Karlsruhe besucht.

Seit 1979 gibt es im badischen Philippsburg - quasi im Schatten des bundesweit bekannten Kernkraftwerks - die Frank und Waldenberger GmbH. Spezialisiert hat sich das Unternehmen auf Reparatur, Wartung und Instandsetzung von manntragenden Segelflugzeugen, Motorseglern und Ulraleichtflugzeugen - vornehmlich in GFK-Bauweise. So erlebte zum Beispiel 1993/94 das Segelflugzeug "H101 Salto" eine Wiedergeburt im Unternehmen. 2012 stieß Pascal Heil dazu und erwarb von Firmengründer Gustav Waldenberger Geschäftsanteile, nachdem er bereits vorher seine Lehre zum Leichtflugzeugbauer in dem Unternehmen absolviert hatte. Zu Beginn des Jahres 2016 stieß auch Matthias Paul dazu. Er war bei Paritech ausgestiegen und rief nun zusammen mit Pascal Heil die Marke FW-Models unter dem Firmendach der Frank und Waldenberger GmbH ins Leben.

Seit 2016 gehört der Modellbau damit fest zum Portfolio des Unternehmens. Vorher wurden schon vereinzelt für andere Anbieter Urmodelle und ganze Formensätze gebaut oder ein- zelne Teile laminiert. Die Mitarbeiter des Unternehmens mussten sich schnell daran gewöhnen, von Groß auf Klein und zurück zu switchen. Auf der Segelflugmesse präsentierte sich das neue Unternehmen erstmals der Öffentlichkeit - die Initialzündung, wie Matthias Paul und Pascal Heil heute feststellen.

20 Monate nach dem Start der Marke FW-Models können Matthias Paul und Pascal Heil eine erstaunliche Bilanz vorweisen: sieben Großsegler werden angeboten und zwei Jets ("Viper Jet" und "Bd5 Microjet"). Der letzte Neuzugang ist eine "ASW-17" mit 4,44 Metern Spannweite (1:4,5), die sich innerhalb kürzester Zeit zum Topseller entwickelt hat. Die anderen sechs Modelle sind eine "ASG-29 S" (1:3, 600 cm), eine "ASH-31 mi" (1:3, 700 cm), eine ASH-31 evo" (1:3, 700 cm), eine "ASW-17" (1:3, 666 cm), eine "DG-303" (1:2,3, 652 cm) und ein "Swift S1" (1:3,3, 380 cm). Allen Modellen ist eine Voll-GFK/CFK-Bauweise gemein und die Tatsache, dass soweit wie möglich - und sinnvoll - in Philippsburg produziert wird. Keine Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten, maximale Flexibilität in punkto Ausstattung sowie eine 100-prozentige Qualitätskontrolle sind nur drei der vielen positiven "Begleitumstände" dieser Produktionspolitik.

Der Modellbau unter dem Dach der Frank und Waldenberger GmbH hat sich direkt zu einem kontinuierlichen Geschäft entwickelt, das die Saison typischen Höhen und Tiefen der manntragenden Fliegerei ausgleicht. Für jedes Modell existiert je ein Formensatz, aus dem jeweils nach Bedarf produziert wird. Bis Ende des Jahres 2017 werden es bereits über 100 Modelle sein, die vom badischen Philippsburg in die gan-ze Welt gehen. Darüber hinaus wird auch mehr denn je noch für andere Anbieter produziert. Lediglich für die kleine "ASW-17" steht wohl bald eine zweite, wenn nicht gar dritte Form an.

Dass sich ausgerechnet die kleine "ASW-17" zum Topseller entwickeln würde, das haben die beiden Vollprofis nicht vorausgesehen. Es ist wohl das geringe Seglergewicht von unter fünf Kilogramm, die auf Hochleistung getrimmte Auslegung mit 6-Klappen-Flügel, die Voll-Carbon-Bauweise sowie die tolle Optik dieses beliebten Flugzeugtyps, versucht es Pascal Heil zu erklären.

Für AUFWIND befindet sich ein Exemplar im Testdurchlauf und wird in Kürze ausführlich vorgestellt.

Philipp Gardemin



FW-Models
In der Kühweid 1a
76661 Philippsburg
www.fw-models.de
Matthias Paul
Tel.: 0174/1493920
E-Mail: paul@fw-models.de

Pascal Heil
Tel.: 0176/23998368
E-Mail: heil@fw-models.de


Zweimal "ASW-17": links die große Variante mit 6,6 Metern Spannweite, rechts das kleinere Pendant mit 4,4 Metern

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