REPORTAGE

Retroplane 2015

Oldies auf der Wasserkuppe


Der mächtige "VP-1 Janosik" von Laco Vasek zeigte überragende Gleitleistungen

Die 11. Auflage des Retroplane-Treffens fand auf Einladung der Gesellschaft zur Förderung des Segelfluges auf der Wasserkuppe e.V. wieder auf dem Berg der Segelflieger in der Rhön statt - so wie bereits vor fünf Jahren schon einmal.

Das Wetter hatte uns damals einen Strich durch die Rechnung gemacht, mit extremer Hitze und Windstille. Doch in diesem Jahr wurden wir dafür mit besten Bedingungen entschädigt! Schon am Freitag wurde am Weltensegler- hang bei Südwind viel geflogen und der Samstag bescherte die gleich guten Bedingungen für entspanntes Fliegen. Dafür begann der Sonntag mit Starkwind und Regen, trotzdem konnte ab Mittag bei Windgeschwindigkeiten bis zu 70 km/h geflogen werden.

Beeindruckend wieder die fliegerischen Glanz- leistungen der größtenteils ungewöhnlichen Modelle. Es waren wirklich herrliche Flüge darunter und die Oldtimer wurden vorbildgetreu in Szene gesetzt. Die Fotos sollen einen Einblick bieten, was sich bei einem Fliegertreffen dieser Art abspielt - man muss es selbst erlebt haben! Ich möchte an dieser Stelle den Flugleitern mei- ne besondere Anerkennung aussprechen. Sie haben den Flugbetrieb professionell und vollkommen entspannt abgewickelt.

Am Freitagnachmittag wurde die traditionelle Präsentation der Rümpfe am Campingplatz aufgebaut. Am darauf folgenden Tag hatte Bernd Vogt die Teilnehmer zu einem Empfang im Segelflugmuseum eingeladen. Er betreut den Modellflugbereich im Museum und sorgt dafür, dass immer wieder Neues zu bestaunen ist. Am Abend dann eine Verlosung von Preisen. Außerdem erhielt jeder Teilnehmer ein von Vincent "Mr. Retroplane" Besancon gestaltetes, persönliches Erinnerungsstück an das Treffen.

Im nächsten Jahr treffen wir uns am Monte Baldo am Gardasee. Das wird fliegerisch sicherlich eine Herausforderung, weil der Hang kaum Außenlandungen zulässt. Dazu kommt noch der alpine Charakter des Geländes. Doch es gibt noch eine weitere Herausforderung: Vincent Besancon hat auch 2017 bereits organisiert und neue Kriterien erstellt: Geflogen wird in der Normandie in Vauville! Er hat uns die Aufgabe gestellt neue Modelle zu bauen, nach Vorbildern bis (!) 1925. Die Resonanz ist gewaltig, im Forum unter www.retroplane.net wird bereits intensiv diskutiert und geplant. Bereits drei Tage nachdem die Aufgabe gestellt wurde haben sich 30 Teilnehmer mit entsprechenden Vorbildern eingetragen. Es bleibt spannend!

Walter Wachtler


"Die grüne Post" von Wolfgang Decker. Das Original flog bereits in den Anfangszeiten der Segelfliegerei auf der Wasserkuppe


Der wunderschön gebaute "Rhönsperber" von Armand Mangold. Er ist abgesoffen und weit unten im Tal in einem Baum gelandet - das Modell blieb aber weitgehend unbeschädigt


Einen beeindruckenden Erstflug machte Jürgen Assmann mit diesem Rhönbussard im Maßstab 1:3,75


Eine schöne Tradition ist die Aufstellung der Rümpfe


Andreas Bindewald flog seine aus AUFWIND bekannte "MS II Pommernland" und machte damit am Samstag bei Westströmung den "Vorflieger"


Thomas Roß präsentierte eine große "Hütter H-17" sehr professionell. Er hatte eine Startmannschaft dabei die das Modell per Laufstart sicher in den Aufwind brachte


John Greenfield aus England flog seine wunderschöne "Penrose Pegasus"


Ein Merkmal der Retroplane-Flugzeuge ist die Detailverliebtheit vieler Konstruktionen. Hier ein "Slingsby Petrel" mit fünf Metern Spannweitre


Eric Perrot mit seinem "Karakán", einer ungarischen Konstruktion aus dem Jahr 1933


Weitestgehend unbekannt auch die "Schweitzer SGU 1-7", hier das Modell von Christian Kiefer


Vincent Besancon begeistert immer mit einer sehr außergewöhnlichen Konstruktion: So auch dieses Mal mit der "Nitra 3", einer Konstruktion von 1925. Die geschwungenen Flächen wurden perfekt umgesetzt, der Rumpf besteht aus Stahlrohren



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