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Das Hamburger Unternehmen Staufenbiel ist sowohl durch seinen Internetshop als auch durch seine Ladengeschäfte bekannt. Der Modellbauhändler bietet nun auch eine Motorenserie an, die mit äußerst günstigen Preisen und einer kompletten Produktpalette glänzt. Exemplarisch wurden die drei Außenläufer „AL-3542“, „AL-3548“ und „AL-4260“ an unterschiedlichen Spannungen und Luftschrauben gemessen. Der Werbetext zu der „Dymond“-Motorenserie erklärt, wie man bei Staufenbiel den günstigen Preis für diese Motorenserie halten kann: Staufenbiel sorgt selbst für den Import, beteiligt sich an der Produktionssteuerung und pflegt ein eigenes Produktmanagement. Auf die „Profi“-Motoren gewährt der Händler zwei Jahre Austauschgarantie. Das freut den Kunden. Die Auswahl an Motoren ist groß, sodass für jeden der passende Antrieb dabei sein sollte. Dieser Praxistest widmet sich drei der gängigsten Größen. Die Motoren vertragen Spitzenleistungen von 540 bis 900 Watt. Mit diesen Leistungen lassen sich theoretisch Motormodelle bis etwa 4 kg Fluggewicht und Segler bis 7 kg in die Luft befördern, wenn man die geeignete Luftschraube findet. Dazu muss die Luftschraube in Leistung und Strahlgeschwindigkeit zum jeweiligen Modell passen. Alle Motoren erhält man bei Staufenbiel auch im Set mit einem passenden Steller. Beim Blick auf die Internetseite fällt auf, dass die technischen Angaben zu den Motoren nicht mit denen des Beipackzettels übereinstimmen. Aufgeführt sind hier die Daten des Beipackzettels, an die sich auch während des Tests gehalten wurde:
Bezug bei Staufenbiel, Tel.: 040/773898, www.modellhobby.de Geliefert werden die drei Motoren jeweils in einem kleinen Karton mit bereits verlöteten 3-5-mm-Goldsteckern. Die passenden Buchsen für den Steller sind jedem Motor beigelegt. Das Datenblatt ist sehr knapp gehalten, verweist aber immerhin auf das für diese Motoren empfohlene Timing von 15-30°, auf das der Steller eingestellt werden sollte. Zum Lieferumfang des großen „AL-4260“ gehören zusätzlich ein Motorträgerkreuz für die Heckmontage sowie ein entsprechender Mitnehmer. Die Motorwelle muss bei Heckmontage durch ein Loch im Spant geführt werden. Vorne erhält der Motor dann den mit vier Inbusschrauben befestigten Mitnehmer, der für die Aufnahme von Luftschrauben mit einer 8-mm-Bohrung vorgesehen ist. Glänzend, wie es sich für Diamanten gehört, sind die Motoren Silbern-Schwarz gehalten. Bei allen drei Außenläufern ist die Motorwelle mit einer Nut versehen, die in Verbindung mit einem Sprengring das Verrutschen und Abziehen nach hinten verhindert. Der Rundlauf des Rotors wird durch zwei Kugellager gesichert. Die Dymond-Außenläufer haben ein deutlich spürbares Rastmoment. Die Kühlluftöffnungen sind sehr groß dimensioniert. Lediglich für die Motorbefestigung wurden entsprechende Stege belassen. Alles in allem sieht man den Motoren an, dass sie optimiert auf einen möglichst günstigen Preis gefertigt werden. Sollte die Leistungsfähigkeit darunter nicht leiden, kann das den Anwender nur freuen. Als erstes musste sich mit dem „AL-3542“ der kleinste der drei Außenläufer beweisen. Staufenbiel empfiehlt auf der Internetseite eine Luftschraube der Größe 9x6,5” an 3s-LiPo. Bei der Angabe von bis zu 45 A Stromaufnahme zeigt sich Staufenbiel etwas optimistischer, was die Leistungsfähigkeit des kleinen Motors bestrifft. Der Motor soll sich für Segler bis etwa 2,2 kg und Elektro-Motormodelle bis 1,8 kg eignen. Die oben angegebene 12x6”-Luftschraube würde dem Autor an einem Segler eher zusagen, als eine deutlich kleinere 9”-Luftschraube. Eine Einschätzung vorab: Bei 1.250 rpm/V ist unter Last bei drei LiPos (10,5 V) mit etwa 13.000 Umdrehungen zu rechnen – nicht gerade die optimale Drehzahl für einen Segler. Bei diesem Motor handelt es sich also um ein recht „heißes Eisen“. Um 540 W umzusetzen, müsste man dem Motor an drei LiPo-Zellen ungefähr 50 A Strom abverlangen, was außerhalb des zulässigen Bereiches liegt. Damit ist die maximale Leistung nicht erreichbar. Die Obergrenze legt hier der maximal zulässige Strom von 40 A fest, was für diesen kleinen Motor absolut ausreichend sein dürfte. Für die Messungen wurde das „UniLog“ von SM-Modellbau eingesetzt. Die Schubwerte wurden dreimal hintereinander mit einer Zugwaage gemessen und dann gemittelt. Luftschrauben, die weniger als 75 Prozent des maximal zulässigen Stromes von 40 A aufnehmen, sind nicht in die Tabelle eingeflossen.
Das Ergebnis ist etwas ernüchternd. Lediglich vier Luftschrauben liegen in einem vernünftigen Betriebsbereich. Mit 8” bis 9” sind die Luftschrauben recht klein, was bei der hohen spezifischen Drehzahl zu erwarten war. Eine 9x6”, wurde mit über 50 A gemessen. Die Drehzahlen sind im Stand so hoch, dass die maximal zulässigen Drehzahlen der Luftschrauben im Flug überschritten werden könnten. Mit bis zu 15 N Schub und hohen Strahlgeschwindigkeiten eignet sich der Motor an drei LiPo-Zellen für die flottere Gangart. Vorstellbar wäre die Verwendung in kleineren Warbirds oder als Pusher-Antrieb. Mit diesem doch recht eingeschränktem Nutzungsprofil wollte sich der Autor nicht zufrieden geben. Und da der Motor ab einer Spannung von 7 V verwendet werden kann, wurden kurzerhand Messungen an dieser Spannung, die einem 2s-LiPo unter Last entspricht, durchgeführt:
Die Messungen zeigen, dass der Motor durchaus an zwei LiPo-Zellen betrieben werden kann. Bis zu 15 N Schub bei noch ausreichender Strahlgeschwindigkeit für leichte Motormodelle oder Segler erweitern den Ein- satzbereich des Motors, der laut Staufenbiel nur für drei Zellen gedacht ist, deutlich. Die Leistung ist selbstverständlich geringer, aber bei 7 V und rund 40 A ergeben sich dennoch Werte um 280 W, die für Segler über 2 kg Abfluggewicht genügen. Bei den Akkus sollte man allerdings darauf achten, dass sie diese hohen Ströme vertragen. Ganz leichte Zellen, wie man sie vielleicht gerne einsetzen möchte, sind hier fehl am Platz. Ab 2,5 Ah bei 20 C Belastbarkeit sollten die Zellen aufweisen. Vielleicht verwendet der eine oder andere Großseglerpilot einen belastbaren 2s-LiPo-Pack als Empfängerakku? Mit einem „Feierabendsegler“ könnte man die verbleibende Kapazität nach einem Flugtag noch gut nutzen, wenn dieser Motor verbaut ist! Der Dymond-„AL-3548“ konkurriert aufgrund seines Gewichts von 158 g und der niedrigen spezifischen Drehzahl mit begehrten Motoren der 3s-LiPo-Klasse, wie dem „Kora 15-14“ (Kontronik) oder dem „AXI 2820-14“ (Hepf). Diese Antriebe werden heute gerne in leichten Kunstflug- und 3D-Modellen mit 120-130 cm Spannweite eingesetzt. Staufenbiel gibt Elektrosegler bis 3 kg und Elektro-Motormodelle bis 2,2 kg für den Einsatzbereich des Motors an. An 3s-LiPo soll eine 13x6,5” bei etwa 36 A und 7.700 Umdrehungen für den notwendigen Vortrieb sorgen. Für mehr Leistung empfiehlt der Händler einen 4s-LiPo mit einer 11x7” oder 11x6” bei dann 44 A und 10.500 Umdrehungen. Was bei dem Motor zunächst auffällt, ist die 4-mm-Motorwelle. Die meisten Hersteller setzen in dieser Leistungsklasse bereits auf einen Durchmesser von 5 mm. Mit 710 W kann der leichte Motor sehr viel Leistung umsetzen. Bei vier LiPo-Zellen entspricht das einem Strom von 50 A, was laut Angabe auch zulässig ist. Dass der „AL-3548“ deutlich universeller einsetzbar ist als sein kleiner Bruder, zeigen die Messungen bei drei und vier Zellen: „AL-3548“ an 3s-LiPo (10,5V)
„AL-3548“ an 4s-LiPo (14 V)
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Insgesamt wurden 69 Messungen an diesem Motor durchgeführt. Den angegebenen Maximalstrom von 50 A sollte man nur kurzzeitig fließen lassen. Der Motor erwärmt sich bei solch hohen Strömen merklich. Die Empfehlung Staufenbiels, die 13x6,5” zu verwenden, kann durchaus als Volltreffer angesehen werden. Hier scheint man nachgemessen zu haben. Mit rund 20 N Schub liefert der Motor ordentlich „Druck“ bei ausreichender Strahlgeschwindigkeit für Segler und leichtere Elektro-Motormodelle. Die 36 A verträgt der Motor problemlos auch für längere Zeit. Der Einfluss unterschiedlich brei-ter Mittelstücke wurde an der gängigen AerCC 13x8” geprüft. Jeder Zentimeter mehr Breite bedeutet eine um etwa 3 A höhere Stromaufnahme. Der Schub nimmt bis auf 20 N deutlich zu. Die Obergrenze an drei Zellen bilden Luftschrauben mit 14“ Durchmesser. Wer die Messwerte mit denen der Konkurrenz vergleicht, wird feststellen, dass der „AL-3548“ sehr wohl mit „Axi, Kora & Co.“ mithalten kann. „AL-4260“ an 3s-LiPo (10,5 V)
„AL-4260“ an 4s-LiPo (14 V)
„AL-4260“ an 5s-LiPo (17,5 V)
Der „AL-4260“ erweist sich als echter Allround-Motor. Bei drei Zellen darf man Luftschrauben von 15 bis 17” montieren, wie man sie für große Segler benötigt. Der Standschub ist bei solchen Durchmessern entsprechend hoch, sodass man bei einem 4-kg-Segler auch über einen Handstart nachdenken darf. Langsamere Oldtimer, wie zum Beispiel Doppeldecker, profitieren einerseits von den großen Luftschrauben und andererseits von dem vielleicht vorn im Modell benötigten Motorengewicht, das mit 288 g höher liegt, als das anderer Antriebsvarianten, die für gewöhnlich mit drei Zellen geflogen werden. Heiko Mannertz
![]() „Wenn der Große mit dem Kleinen...“ |
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