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Der markante
Rumpfkiel der Espada- und Elita-Modelle von
Jaro Müller verleiht diesen Modellen ein unverwechselbares Design.
Nun kann man diesen Rümpfen zwar ihre praktikablen Eigenschaften
in Sachen Bodenfreiheit der Wölbklappen sowie die Griffigkeit beim
Abwurf nicht absprechen. Aber mal ganz unter uns: Die optische Erscheinung
des so genannten Pelikanrumpfes kann man doch vorsichtig
ausgedrückt als Geschmackssache bezeichnen, oder? |
![]() ![]() Der Empfängerakku
aus vier Zellen Sanyo 1200 mAh wurde für die schlanke Rumpfnase
Inline verlötet
Den Aerodramatikern und den echten Wettbewerbspiloten unter uns mag eine derartige Antennenverlegung berechtigter Weise die Tränen des Schmerzes in die Augen treiben. Da ich aber kein Freund von Lötstellen und Verlängerungen an Empfängerantennen bin, habe ich mich konsequenter Weise für diese Variante entschieden. Ebenso ist auch die beliebige Verlängerung einer Empfängerantenne im Hinblick auf ihre Abstimmung zur Empfangsfrequenz (Lambda Wert) nicht unkritisch. Und die Espada RX-Bauanleitung macht keine Angaben über die exakte Länge der bereits verlegten Antenne. Es bleibt also unklar, um wie viele Zentimeter die am Empfänger vorhandene Antenne zu kürzen wäre, um zumindest annährend eine HF-relevant abgestimmte Länge wieder herzustellen. Zur Ballastierung hat der Rumpf ein bereits fest eingebautes GFK-Führungsrohr zur Aufnahme von 370 g Ballast. Da der Ein- und Ausbau einer starren Ballaststange über die kleine Rumpföffnung nicht möglich ist, liefert Euromodell Aluminiumdrehteile, die flexibel an einer Schnur aufgereiht sind und so in den Rumpf eingeführt werden können. Neben der Aluminiumvariante ist laut Euromodell auch eine schwerere Ausführung in Messing mit rund 1.200 g erhältlich. Die Ballastsegmente haben im Führungsrohr in Längsrichtung aufgrund der flexiblen Aufreihung etwas Spiel. Eine Arretierung erreicht man, indem man die an der Befestigungsschraube angebrachte Gummitülle entfernt und die Schnur, nachdem man diese straff angezogen hat, um die Schraube in Drehrichtung legt und diese mit festschraubt. Etwas verwundert war ich dann aber über den Umstand, dass der von Euromodell mitgelieferte Flächenverbinder nicht passt und gemäß beigefügtem Infoblatt in Eigenregie solange geschliffen werden muss, bis man die ideale Passung erreicht hat. Auf Anfrage bei Euromodell erhielt ich die Auskunft, dass man es dem Kunden überlassen will, den Verbinder nach eigenen Vorstellungen auf Passung zu schleifen. Bis auf weiteres wolle man an diesem Zustand auch nichts ändern. Also habe ich zu Schleifpapier gegriffen und den Verbinder nachgearbeitet. Dass man sich bei diesen Schleifgängen sehr behutsam herantasten sollte, versteht sich von selbst. Ich habe daher vergleichsweise feines Schleifpapier mit 400er-Körnung verwendet. Da wir doch eingangs über die Geschmacksfrage sprachen: Die Rumpfabdeckung der Espada RX wird bisher nur in einem zarten Hellblau ausgeliefert. Auf Anfrage bei Euromodell und dem geäußerten Wunsch nach einer schlichten Sichtkohlevariante, erhielt ich die Auskunft, dass derzeit, ganz gleich für welche Farbvariante des Rumpfes und der Flächen man sich entscheidet, diese Abdeckung immer in Hellblau ausgeliefert wird. Bei Nichtgefallen empfiehlt Euromodell einfach die Lackierung in der Farbe des Rumpfes. Hierfür können die RAL-Codes bei Euromodell erfragt werden. Die Befestigung besagter Abdeckung am Rumpf bedarf einer gewissen Kreativität, denn sie kann aufgrund eines Überstandes nicht vor und zurückgeschoben werden. Die eher als Infoblatt" gestaltete Bauanleitung schweigt sich aus und so habe ich einfach eine simple Verringelung mit einem kleinen, abgewinkelten Bolzen gewählt. Der Bolzen ist in einem kurzen Rohr beweglich geführt und dient so als beweglicher Verschluss. Auf der Gegenseite der Abdeckung dient ein kurzes Stück Draht als Arretierung. Der Erstflug fand Ende Mai im Schweizer Tessin statt. Die Espada RX wurde, da es die thermischen Bedingungen zuließen, gleich beim ersten Flug zusammen mit 370 g Ballast ihrem Element übergeben. Aus der Hand gestartet und mit einer Verwölbung der Wölbklappen von 2 mm stieg das Modell sofort gleichmäßig in den Himmel. Der vom Hersteller angegebene Schwerpunkt von 94 mm erwies sich für den vollballastierten Flugzustand als Treffer. Nach wenigen Kreisen im Thermikbart war schon eine ansehnliche Höhe erreicht. Leicht angedrückt nahm das Modell sofort Fahrt auf. Also gleich nochmals ordentlich nachgedrückt und die Espada" begann ihrem Namen alle Ehre zu machen, indem sie mit ordentlich Tempo und singendem Ton durch ihr Element schnitt. In ballastiertem Zustand zeigt sich die Espada von ihrer dynamischen und durchzugsfreudigen Seite. Sie nimmt bereits aus geringer Höhe angedrückt unmittelbar Fahrt auf und lässt sich erfreulich viel Zeit dabei, diese wieder abzubauen. Bei den abendlichen Flügen ohne Ballast waren dann 15 g Blei zusätzlich in der Nase notwendig, um ein Unterschneiden im Speedflug zu vermeiden. ![]() ![]() Die S-3150-Servos von Futaba wurden im Flügel mit Servorahmen von Michael Frey eingebaut Schon in den ersten Flugstunden wird die Thermikleistung der Espada RX deutlich: Bei voller Verwölbung kann das Modell sehr langsam geflogen werden, ohne dass hierbei beim Kreisen Tendenzen zum Abkippen auftreten. Es macht sich nicht nur die V-Form des Flächenverbinders mit 3° sondern auch der Tragflächenknick der Außenflügel mit jeweils 1,5° bemerkbar. Etwas Fahrt benötigt aber auch dieses Modell. Apropos Fahrt: Freunden der rasanteren Gangart kann guten Gewissens gesagt werden, dass die Flächen halten, was ihr Aufbau verspricht. Eine Verwindung des Rumpfes kann auch bei deftigen Wenden und hohem Tempo nicht festgestellt werden. Weitere Testflüge an der heimischen Teck zeigten, dass das Modell auch im unballastierten Zustand ruhig in der Luft liegt und bei entsprechender Wölbung sehr langsam geflogen und sich so auch in thermikschwachen Phasen sehr gut halten kann. Ob und wie weit sich die neue Rumpfauslegung der Espada RX auch in der F3B-Wettbewerbsszene durchzusetzen vermag, kann von meiner Seite nicht beurteilt werden. Ich war auf der Suche nach einem alltagstauglichen Modell für den Hangflugeinsatz, das robust, leistungsstark und ein möglichst weites Einsatzspektrum aufweisen sollte. Ich bin mit der Espada RX fündig geworden und zugleich auf ein Modell mit konsequentem Spaßfaktor gestoßen. Die Espada RX wurde in ihrer Gesamtauslegung sicher nicht für den Bereich des trivialen Hangfluges entwickelt und mag in ihrer Gesamtaufmachung für höhere Weihen ausgelegt sein. Am Hang bereitet sie einem jedoch aufgrund der ausgeprägten Thermikleistung und der absolut ausreichenden Festigkeit jede Menge Flugspaß. Durchzug und Dynamik im ballastierten Zustand haben mich vollends überzeugt. Andreas Wiegner,
Fotos: Frank Wiegner
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