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Konstruiert von
Martin Weberschock, lässt sich das Modell wohl am besten als Allround-Hochleistungssegler
bezeichnen. Es hat in den vergangenen Jahren auf vielen Wettbewerben
und Meisterschaften seine Leistungsfähigkeit bewiesen.
Als das StratAir-Team die ersten Modelle aus den Formen Probe geflogen
hat, waren alle Beteiligten begeistert. Insbesondere zwei Eigenschaften
fielen sofort auf: Das Modell hat eine enorme Gleitleistung und ist
zudem sehr gutmütig und einfach zu fliegen. Doch wie kommt es,
dass dieses Modell so schnell einen derart positiven Eindruck hinterlassen
konnte? In erster Linie ist es natürlich Martin Weberschock zu
verdanken, der sich bei dem Entwurf der Europhia 2 auf seine
langjährige Erfahrung stützte. Er stellte einzelne Komponenten
bewährter Modelle zusammen und kam damit zu einem hervorragenden
Ergebnis.
Die Profilwahl: Das MW-3 hat sich bereits bei der Estrella
bewährt und wurde nur geringfügig verändert. So findet
sich nun an der Flächenwurzel das MW-4-Profil, das
in den ersten Zentimetern der Tragfläche auf besagtes MW-3
gestrakt wird. Aber warum ein Strak auf so kurzer Distanz? Martin geht
davon aus, dass der Flügelbereich am Rumpfübergang durch Interferenzwiderstände,
also Störungen der Strömung durch angrenzende Formen, beziehungsweise
Übergänge, und durch unsaubere Strömung aufgrund
der Störung durch die Nase, keine laminare Grenzschicht an der
Flächenwurzel zulässt. Daher ein Turbulenzprofil. Die turbulente
Grenzschicht kann größere Störungen verkraften, ohne
dass sich die Grenzschicht gleich ablöst und zu hohem Widerstand
führt.
Betrachten wir mal die Flächengeometrie und den Randbogen: Zugegeben,
ich kenne nicht die Auftriebsverteilung. Aber ganz offensichtlich ist
sie gut gelungen. Anders lassen sich die gutmütigen Flugeigenschaften
nicht erklären. Die Randbögen sind moderat gebogen und scheinen
aerodynamisch gut gelungen. Der Durchzug ist auch bei wenig Flächenbelastung
überzeugend. Übrigens ähnelt die Geometrie stark der
Estrella einer bekanntermaßen höchst gelungenen
Konstruktion, an der Martin Weberschock auch schon beteiligt war.
Kommen wir zum Leitwerk: Das Seitenleitwerk hat kein symmetrisches Profil!
Das erscheint sicher recht seltsam, doch der Gedanke dahinter ist folgender:
Ein leicht gewölbtes Seitenleitwerk verhindert ein Pendeln des
Rumpfes um die Hochachse und bietet quasi immer Griff. Bei
einem symmetrischen Seitenleitwerk liegt einmal auf der einen Seite,
dann wieder auf der anderen Seite der größere Druck an. Es
gibt aber keine realistische Nullage im Flug. Diese bietet aber das
leicht gewölbte Seitenleitwerk. Es greift quasi immer,
bietet schnelles Ansprechverhalten des Seitenruders und verhindert ein
Schwingen um die Hochachse.
Selbstverständlich kann man über verschiedene Ideen diskutieren,
ob es nun sinnvoll war das eine oder andere zu verwenden. Tatsache ist
und bleibt aber, dass die Europhia 2 bewiesenermaßen
hervorragend fliegt. Es ist eine fantastische Allroundmaschine entstanden,
die durch unterschiedliche Bauweisen verschiedenen Ansprüchen gerecht
werden kann.
Genau diesen Weg hat auch StratAir verfolgt, um das Modell noch mehr
Modellfliegern zugänglich zu machen. Nach verschieden Testmodellen
stehen nun drei Varianten im Angebot:
Europhia 2 F3B Aus dem Namen geht hervor, dass dieses
Modell für den F3B-Wettbewerb ausgelegt wurde. F3B ist schlicht
und ergreifend der Allroundwettbewerb schlechthin. So wurde die F3B-Version
mit viel UHM-Kohle gebaut, um den Belastungen gerecht zu werden. Der
Aufbau hat sich bewährt und wird schon von verschiedenen Wettbewerbspiloten
eingesetzt. Das Modell ist insgesamt sehr ausgeglichen und kann in allen
Disziplinen gute Leistungen vorweisen.
Europhia 2 F3J Die Idee an sich ist nicht neu: Ein
F3B-Modell kann bei entsprechenden Wetterlagen durchaus mit den reinen
F3J-Modellen mithalten. Überhaupt haben sich ja in den vergangenen
Jahren die F3J-Modelle den F3B-Modellen angenähert. Dies ist vor
allem dem dynamischeren Flugstil und dem explosiven Hochstart zuzuschreiben.
Allerdings sind bei schwachen Wetterlagen die Nachteile in Bezug auf
das geringste Sinken doch deutlicher und es wird zunehmend schwieriger,
bei den leichteren Modellen mithalten zu können, auch wenn die
Hochstarthöhen aufgrund der stabileren Bauweise besser sind. Was
liegt also näher, als eine leichte Version zu bauen? Immer mehr
F3J-Piloten haben keine verschiedenen Modelle, sondern ein Modell mit
verschiedenen Gewichten, beziehungsweise Bauweisen. Nun ist es aber
so, dass dies nicht immer automatisch zum Ziel führt, da unter
Umständen das verwendete Profil nicht mehr passt. Denn die Re-Zahlen
werden aufgrund der langsameren Fluggeschwindigkeiten geringer. Der
erforderliche Auftriebsbeiwert bleibt aber erhalten, und da wächst
bei einigen Profilen der Widerstand zu stark an, verglichen mit den
speziellen F3J-Profilen. Bei dem an der Europhia 2 F3J verwendeten
Profilstrak ist dies aber noch verträglich und die guten Flugleistungen
bleiben erhalten. Mit einem zweiten Flächensatz also kann das Modell
prima den Wetterbedingungen angepasst werden. Der Gewichtsunterschied
zwischen den F3B- und den F3J-Tragflächen beträgt rund 200
g. Und diese 200 g sind nicht zu unterschätzen!
Europhia 2 allround Diese Version richtet sich an
alle Modellflieger, die nicht unbedingt UHM-Kohlemodelle benötigen.
Voll-GFK mit Kohleholm war und ist immer noch für die meisten Hobbypiloten
voll ausreichend. Und da die geringeren Materialkosten in einem erheblich
günstigeren Verkaufspreis resultieren, ist dieses Modell für
alle Hobbypiloten attraktiv, die gerne mal eine erfolgreiche Konstruktion
fliegen möchten, aber die deutlich höheren Preise nicht bezahlen
wollen. Hinzu kommt, dass das Modell, im Vergleich zu den Kohleversionen,
zum Fliegen im ruppigen Gelände besser geeignet ist, da die Flügelschale
eine deutlich höhere Festigkeit gegen Kerbwirkung hat so
können ein Strauch oder ein Stein bei der Landung kaum Schaden
anrichten. Der Rumpf ist identisch mit dem Rumpf der F3B-Version, also
ein GFK-Rumpfboot mit breiter Kohleverstärkung und dem Leitwerksträger
aus CFK.

Hervorragende Hochstarthöhen
sind dank der stabilen Bauweise kein Problem
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Die Europhia
2 ist ein leistungsfähiges Segelflugmodell für den
Hobby- und Wettbewerbseinsatz
Europhia 2 elektro
Für alle Flachländer und diejenigen,
die kein Interesse daran haben Winden aufzustellen und/oder Seile
zu verlegen, bietet diese Umrüstmöglichkeit sicherlich eine
attraktive Alternative zu den reinen Elektroseglern. Der Clou: Es
wird der Seglerrumpf als Elektrorumpf verwendet. Das sieht nicht nur
schnittig aus, sondern ist aerodynamisch natürlich von Vorteil.
Der Antriebsakku in Stangenform passt genau in das Ballastrohr. Allerdings
ist aufgrund des Durchmessers zurzeit nur eine Zelle sinnvoll zu verwenden:
GP-2000 NiMh. Sie ist der Aufgabe voll gewachsen und die
Anschaffungskosten für den Akku sind recht günstig. Mein
Prototyp fliegt mit zehn Zellen. Mehr passen auch nicht rein. Erfahrungsgemäß
könnte man aber auch mit acht oder neun Zellen fliegen. Der Steigflug
ist ausreichend, um in etwa 30 Sekunden auf eine schöne Höhe
zu kommen.



Martin
Weberschock stellte einzelne Komponenten bewährter
Modelle zusammen und kam damit zu einem hervorragenden Ergebnis.
Die Elektroversion stützt sich auf den Seglerrumpf:
Der Flugakku wird in die Ballastkammer geschoben. Und der
Propeller kann durch die abgeschnittene Rumpfnase ersetzt
werden.
Die Verwendung des
Seglerrumpfes bietet noch einen weiteren interessanten Vorteil:
Die abgeschnittene Nase wird mit einem Spant versehen und
kann bei abgenommenem Spinner als Seglernase verwendet werden.
Dazu füllt man die Nase mit Blei an, bis das Gewicht
der Luftschrauben/Spinner Einheit erreicht. Ist sie abgenommen,
steckt man die Nase auf die Motorwelle und sichert sie mit
etwas Klebeband. So erhält man wieder einen schönen
Segler, bei dem die Akkustange sogar als Ballast verwendet
werden kann. Einzige etwas unschöne Nebenwirkung ist
vielleicht die nicht mehr ganz so elegante Nasenform, da
der Querschnitt kurz hinter der Nase ursprünglich etwas
oval war und nun natürlich rund ist. In einigen Metern
Entfernung aber fällt das nicht mehr auf und der aerodynamische
Vorteil gegenüber der angeklappten Luftschraube fällt
deutlich aus. Angeboten wird die Umbauoption für alle
Europhia 2-Varianten. Man kann wahlweise einen
kompletten Rumpf bestellen oder sich den Umbausatz liefern
lassen. Er besteht aus zwei GFK-Spanten und Holzschablonen,
mit denen die Position für den Schnitt der Nase fest
steht. Man kann sich also nicht verschneiden. Das Fluggewicht
beträgt, abhängig von der verwendeten Europhia
2"-Version, ab ca. 2.600 g.
Rainer
Moosmayer
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