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Bei dem Namen
Fireworks erinnern wir uns an den Testbericht des Fireworks
II in AUFWIND 3/2003. Der Fireworks III ist die konsequente
Weiterentwicklung, ein sehr leichtes Modell mit ausgeklügelten
Detaillösungen.
Dabei hat es mit den Vorgängern nicht mehr viel gemeinsam.
Nur die markante Rumpfform ist geblieben. Der Schalenflügel ist
mit einer anderen Geometrie und einem anderen Profil versehen und kann
zudem mit Wurf-Winglets bestellt werden. Das Seitenleitwerk ist sehr
groß und das Höhenleitwerk ist jetzt als Pendelleitwerk ausgeführt.
Der Fireworks III kann in verschiedenen Versionen bezogen
werden. Das Testmodell ist eine Komplett- Version: Tragflügel
mit Winglets, CFK-Rumpf, Balsa-Leitwerke und Zubehörteile.
Der einteilige CFK-Rumpf hat den flach ovalen Querschnitt, der aerodynamische
und strukturelle Vorteile liefert, vom Vorgänger beibehalten. Der
Rumpfkopf ist aus CFK-Gewebe und der lange Leitwerksträger aus
unidirektionalen Kohlefasern aufgebaut. Durch diesen Aufbau ist ein
leichtes und steifes Rumpfkonzept entstanden. Die Leitwerke waren anfänglich
in GFK-Schalenbauweise ausgeführt, was jedoch beim Testmodell zu
Problemen geführt hat. Daraufhin wurden vom Hersteller neue Balsaholz-Leitwerke
ausgeliefert und die GFK-Leitwerke aus dem Programm genommen. Die Leitwerke
bestehen nun aus leichtem 4-mm-Balsaholz. Der Tragflügel mit einfacher
V-Form und Flaps ist in Schalenbauweise (GFK 25 g/qm Balsa 0,5
mm GFK 25 g/qm) aufgebaut. An den Randbögen befinden sich
beim Testmodell mit CFK verstärkte Winglets. Als Holmgurt sind
CFK-Rovings und als Steg ist mit Glasgewebe belegtes Balsaholz verbaut.
Die großen Flaps sind zur Erhöhung der Torsionssteifigkeit
mit einem Kohlefaserschlauch verstärkt..

Auch das Fangen des
Modells ist unter Einsatz der Landestellung kein Problem
Die Fertigstellung des Modells wird durch eine englischsprachige Anleitung,
die für den erfahrenen Modellbauer vollkommen ausreicht, begleitet.
Viele Details werden durch Fotos veranschaulicht. Dem Bausatz liegt
auch eine Tüte mit Kleinteilen bei. Hieraus ist das CFK-Formteil
zur Lagerung des Höhenleitwerkes besonders hervorzuheben. Zu Beginn
wird der Flügel fertig gestellt. Dazu wird die Torsionsanlenkung
in den Flügel eingebaut. Mit dieser Methode können die Ruder
aus dem Rumpfinneren heraus angesteuert werden aerodynamisch
sauber. Entgegen der Anleitung habe ich für die Anlenkung jedoch
nicht das Aluminiumröhrchen verwendet, sondern die Anlenkung etwas
robuster mit einem 1,5-mm-Eisendraht und einem aufgelöteten Messingröhrchen
ausgeführt. Nach dem Anbringen der Einlauflippen aus Tesafilm und
dem Einkleben der Torsionsanlenkung können die Flaps und die Giga-Flaps
mit Tesafilm am Flügel angeschlagen werden..
Der Flügel ist jetzt
soweit vorbereitet, dass die Verschraubung zum Rumpf eingebaut werden
kann. Gegenüber der Anleitung habe ich die M3-Kunststoff- durch
M4-Metallschrauben ersetzt. Zusätzlich habe ich eine Einschlagmutter
für die vordere Verschraubung eingeklebt und das hintere Gewinde
wie vorgesehen in das beigelegte Sperrholzteil geschnitten. Meiner Meinung
nach könnte die Verschraubung bei einem Modell dieser Preisklasse
bereits herstellerseitig eingebaut sein.

Das große Seitenleitwerk
mit den CFK-Verstärkungen und das Pendelhöhenruder mit der
CFK-Lagerwippe. Beide wirken sehr exakt und direkt
Im nächsten Bauabschnitt
werden die Balsa-Leitwerke erstellt. Die Nasenleiste des Seitenleitwerks
wird mit einem CFK-Roving verstärkt. Das Höhenleitwerk wird
im Randbogenbereich noch einmal mit 4-mm-Balsaholz abgesperrt, dann
werden die Leitwerke auf Profil geschliffen. Als Lagerung für die
Höhenruderwippe wird noch ein Bowdenzug-Innenröhrchen in das
Höhenleitwerk eingeklebt. Ich habe die Leitwerke mit 20-g/qm-Glasgewebe
belegt und nicht mit Folie bespannt. Das Gewebe wird auf einer 0,5 mm
dicken PVC-Folie, die auf einer Styropor-Platte fixiert ist, laminiert.
Die profilierten Balsabrettchen werden nun als eine Art Sandwich
zwischen den mit Glasgewebe belegten Platten bis zum Aushärten
gepresst. Nach dem Entformen hat man leichte und stabile Leitwerke
in Voll-GFK-Qualität. Beim Seitenleitwerk wird das
Ruder wieder abgetrennt und mit einem Klebeband angeschlagen.

Sehr gute Starthöhen
lassen sich mit dem Fireworks III erreichen, mit einem geraden
und neutralen Steigflug
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Unter dem Schulze-Empfänger alpha-435
hat der Empfängerakku Platz. Die Servoanordnung und die Hebelpositionen
sind gut erkennbar
Nach dem Einbauen
der gefrästen Ruderhörner und der Torsionsfedern können
die Leitwerke am Rumpf montiert werden. Und der Fireworks III
ist bis auf den Anlageneinbau fertig.
Der 350 mAh große NiMh-Empfängerakku dient den vier Servos
C-261 von Graupner und dem kleinen Vierkanalempfänger
alpha-435 von Schulze als Energiequelle. Die komplette RC-Ausrüstung
befindet sich vor dem Schwerpunkt, wie es heute bei vielen Modellen
üblich ist. Die Leitwerksruder werden mit je einem Seil auf Zug
angelenkt. Die Rückstellkraft wird durch eine Torsionsfeder in
den Leitwerken erzeugt. Mit dieser Methode kann man eine leichte, spielfreie
und besonders rückstellgenaue Mechanik ausführen. Die Flaps
werden über CFK-Schubstangen, die im Baukasten enthalten sind,
direkt aus dem Rumpfinneren angelenkt. Diese Anlenkung ist zwar etwas
fummelig zu montieren, ergibt aber eine aerodynamisch sehr saubere Lösung,
da keine Anlenkungsgestänge oder Ruderhörner aus dem Rumpf
bzw. der Fläche heraus- ragen. Die Antenne des Empfängers
ist im Querruderschlitz verlegt.
Als Abschluss der Bauphase sei noch
einmal speziell auf zwei Dinge hingewiesen: Zum einen ist beim Bau auf
absoluten Leichtbau zu achten, zum anderen ist bei den Anlenkungen aller
Ruder eine hohe Rückstellgenauigkeit zu erstreben, um später
die maximale Flugleistung zu erreichen.
Nachdem der Schwerpunkt und die Ruderausschläge nach Anleitung eingestellt
sind, kann es zum Einfliegen gehen. Die ersten Wurfstarts, in klassischer
Manier ausgeführt, sind zum Eintrimmen. Nach leichtem Nachtrimmen
des Pendelhöhenruders konnten die ersten SAL-Starts durchgeführt
werden. Der Fireworks III schießt sofort nach dem Freigeben
sehr geradlinig in den Himmel. Die Pendelbewegung wird von dem großen
Seitenleitwerk effektiv weggedämpft und die erreichbaren Starthöhen
sind überdurchschnittlich gut. Die Winglets als aerodynamisch geformte
Wurfhilfe haben sich bewährt.
Im Flug gibt es zwei Klappenstellungen, bei denen das Profil von Mark
Drela besonders leistungsfähig ist: Verwölbt man die Flaps positiv
um circa 3 mm, so fliegt der HLG mit einer niedrigen Fluggeschwindigkeit
und klebt quasi am Himmel. Diese Klappenstellung ist für das reine
Abgleiten und das Thermikfliegen gedacht. Die Abgleitzeiten beim großräumigen
Floaten am Abend sind beeindruckend, doch meist möchte man Bärte
auskurbeln. Hierbei liegen die Stärken des neuen Fireworks
im Ausnutzen von schwachen Aufwinden bis zum Auskurbeln von engen, ruppigen
Thermikblasen. Die große V-Form ermöglicht ein komfortables
Handling beim Kurbeln, wobei fast nur mit Seite und Höhe gesteuert
wird und das Querruder lediglich zum Stützen eingesetzt wird.
Die Flugeigenschaften sind überaus gutmütig. Ich fliege das
Modell mittlerweile mit sehr großen Ruderausschlägen und viel
Expo. Dadurch ist es auch in starker, zerrissener Thermik noch gut steuerbar.
Mir gefällt besonders das Pendelhöhenleitwerk, da keine Probleme
mit der EWD auftreten und eine direkte und exakte Wirkungsweise sichergestellt
ist. Werden die Flaps auf neutral gestellt, dann marschiert das Leichtgewicht
los und legt ordentlich Strecke zurück. Diese guten Streckenflugeigenschaften
sind beim Zurückfliegen aus dem Rückraum gegen den Wind und
beim Überwinden von Abwindfeldern extrem wichtig. Denn der Fireworks
III ist trotz seiner geringen Flächenbelastung auch bei Wind
noch gut zu fliegen.
Nachdem die Start-, Thermik- und Streckenflugeigenschaften erläutert
wurden, bleibt noch das gute Landeverhalten zu erwähnen: Zur Landung
werden die Flaps soweit wie möglich nach unten gefahren und Tiefe
beigemischt. Das Modell bleibt steuerbar, senkt die Nase, bremst stark
ab und kann aus der Luft gepflückt werden.
Flugmechanisch und aerodynamisch ist der Fireworks III wirklich
ein rundum ausgeklügeltes Konzept. Die Struktur ist mit den neuen
Balsa-Leitwerken auch voll SAL-fest. Die Gutmütigkeit,
das gute Handling und die Leistung sind nicht nur für den Wettbewerbspiloten,
sondern auch für den Einstieg in die SAL-Technik eine optimale Voraussetzung.
Der Einsatzbereich erstreckt sich vom Thermikfliegen über das Hangfliegen
bis hin zum Herumturnen. Das Modell ist zwar nicht das günstigste,
doch der Spaßfaktor und die hervorragende Performance sind meiner
Meinung nach eine gute Gegenleistung.
Im Download-Bereich findet sich der Videofilm
(Größe: 4,5 MB) eines SAL-Starts mit anschließendem
25-Sekunden-Flug des Fireworks III
Jens Kleinert
Fotos: Michael Böhm

Die unten angeschlagenen Flaps sind aus dem Rumpfinneren heraus angelenkt
und zum Rumpf hin abgedichtet
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