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Sie kennen das:
Herbst- und Winterzeit, um 17 Uhr ist Feierabend und es quält die
Sehnsucht auf einen entspannenden Abendflug. Doch draußen ist
es schon stockdunkel. Die Wintermonate sind fliegerisch für uns
keine ergiebige Zeit. Es musste Abhilfe geschaffen werden.
Kurzer Szenenwechsel: Die Fliegergemeinschaft KW 25
trifft sich mit einundzwanzig Personen alljährlich beim Gipfelhaus
Pacheiner auf der Gerlitzen in Kärnten. Frei von familiären
Verpflichtungen, kann man hier theoretisch bis spät in die Nacht
fliegen. In dieser Atmosphäre, geprägt von Bastelkellerstimmung,
entwickelte sich der Aufruf eines Nightflight-Wettbewerbes, der in diesem
Jahr in der 25. Kalenderwoche stattfinden soll. Das Reglement gibt einen
EPP-Nurflügel Zagi mit Elektroantrieb und Nachtflug-Set
vor. Art der Beleuchtung ist jedem Teilnehmer selbst überlassen,
wird aber in dem Wettbewerb gesondert gepunktet. Darüber hinaus
müssen F3A-ähnliche Flugfiguren abgeliefert werden. Und für
diese benötigt man ein Beleuchtungssystem, das einerseits Helligkeit
liefert, jedoch keinen Blendeffekt ergibt, bei großer Leuchtweite.
Selbst um keine Entwicklung verlegen, wollte ich mich mit meinem Fliegerfreund
Jürgen Hofmann zusammentun, um unsere vorbereitenden Studien zu
besprechen. Nachdem ich jedoch von Jürgens Fortschritt wusste,
verwarf ich meine eigenen Gedanken als simple Bastelei.
Jürgens Entwicklung, ein über Schieberegler oder Stufenschalter
regelbares Blinkmodul, wurde kurzerhand in meinen Zagi installiert.
Es wird heute als Flash Control 5 angeboten und hat sogar
sechs Brüderchen bekommen.
Kommen wir zur Technik: Das Modul besteht aus den drei Bausteinen Stromversorgung,
Mikroprozessor und Ausgangstreiber. Die interne Stromversorgung ist
ein hochwertiges BEC-System bis 12 Volt und ist damit ideal für
drei LiPo-Zellen. Das Modul ist so programmiert, dass bei Reichweitenverlust
alle installierten LEDs permanent blinken. So kann das Modell nachts
einfach wieder gefunden werden. Für insgesamt vier Kanäle,
beziehungsweise Beleuchtungskreisläufe sind Blinkfrequenzen programmiert.
Diese können bei der Bestellung individuell programmiert werden.
Für unser Anwendungsbeispiel unterteile ich mal den Erprobungs-Zagi
in seine Beleuchtungslogik: Nasenleiste mit sechs LED mit 7.000 mcd.
Leuchtweite, für große Entfernung und in permanenter Beleuchtungsschaltung
An oder Aus. Die Oberflächenbeleuchtung sind acht rote LED mit
1.700 mcd. Funktion blinkend oder Aus. Dann noch Positionslichter am
Randbogen (rot/grün), mit 54.000 mcd superhell und als Orientierungshilfe
mit An/Aus-Funktion. Dazu ein Rücklicht mit sechs LEDs, 1.400 mcd.
zur Positionsbestimmung beim Wegfliegen. Beim Fliegen in kurzer Distanz
wird mit kleiner Beleuchtung geflogen um sich selbst nicht zu blenden.
Bei weit ausgeholten Landeanflügen dagegen macht ein superheller
Landescheinwerfer Sinn.
Die Schalterbelegung erfolgt so:
Stufe 1: Aus
Stufe 2: Nasenleiste An
Stufe 3: Nasenleiste An, Oberlicht blinkend und Rücklicht An
Stufe 4: Nasenleiste An, Oberlicht blinkend, Rücklicht An und Positionslicht
An
Stufe 5: Alle Lichter blinken hochfrequent (wie auch bei Reichweitenverlust).
Je nach Anwendung kann der Beleuchtungszustand für vier Beleuchtungskreise
beim Hersteller nachgeflasht werden. Ein Blick in das Datenblatt
des Ausgangstreibers verrät, dass die Ausgänge 2, 3 und 4
bis zu maximal je 1 A belastet werden können. Ein Test mit zwei
der ultrahellen Luxeon-3W-LEDs (750 mA) zeigt, dass diese
problemlos und ohne unzulässige Erwärmung betrieben werden
können. Allerdings sind diese Hochleistungs-LED so hell, dass aufgrund
der Blendung allenfalls eine indirekte Beleuchtung oder eine Innenbeleuchtung
von Depron- bzw. Gitterrümpfen erfolgen sollte. Als Leuchtmittel
sind die so genannten ultrahellen LED (ab 4.000 mcd) normalen Glühlampen
hinsichtlich Effizienz, Leuchtkraft und Lebensdauer inzwischen deutlich
überlegen.

Beleuchten lassen sich viele Modelle
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Das Modul
wiegt nur wenige Gramm, ist also in wohl jedem Flugzeug einsetzbar
Allerdings gibt es in Auslegung
der bei LED notwendigen Vorwiderstands einige Regeln, die unbedingt
zu beachten sind. Die Bedienungsanleitung und die Internetseiten einiger
LED-Anbieter helfen hier weiter.
Für Anwendungen im Flugmodellbau sollten bei LiPo-Zellen 4 V
pro Zelle als Eingangsspannung zur Berechnung des Vorwiderstands angenommen
werden. Ein Nachlassen der Leuchtkraft durch Absinken der Spannung
im Flugbetrieb ist nicht wahrzunehmen, wenn die am Vorwiderstand abfallende
Spannung nicht zu klein ist. Als Faustregel gilt: Bei Zwei LiPo-Zellen
(ca. 8 V) kann man eine LED mit 3,1 bis 3,4 V Gegenspannung (weiß,
grün oder blau) oder zwei in Serie geschaltete LED mit 2,1 bis
2,4 V Gegenspannung (rot oder gelb) anschließen. Bei drei LiPo-Zellen
(ca. 12 V) ist es jeweils eine in Serie geschaltete LED mehr. Weitere
LED kann man durch Parallelschaltung dazufügen. Erst ab etwa
100 Stück der üblichen 20-mA-LEDs ist dann aufgrund der
Strombelastbarkeit des Flash Control 5 Schluss.
Ein Beispiel zur Berechnung: Drei LiPo-Zellen (ca. 12 V) sollen zwei
weiße 20-mA-LED befeuern. Die weißen LED haben eine Gegenspannung
von 3,4 V, in Serie zusammengeschaltet also 6,8 V. Von den 12 V Versorgungsspannung
zweigt sich der Ausgangstreiber rund 1 V ab, ergibt also elf verfügbare
Volt für die LED und Vorwiderstand. Um die LED nicht zu töten,
muss der Strom auf 20 mA mithilfe des Vorwiderstands R gesenkt werden
(in der Regel sind zehn Prozent mehr auch in Ordnung).
Jetzt sollte aber auch geflogen werden: Auf dem Aspacher Elektromeeting
fand im Kreise der elitären Piloten und neugierigen Besucher
der erste Präsentationsflug mit Flash-Control 5 statt.
Start in Stufe 3, dann umschalten in Stufe 4 und schließlich
umschalten in Stufe 1 (alle Lampen Aus). Nach 20 Sekunden wieder einschalten
auf Stufe 5 (Stroboskop aller verfügbaren LED). Nach erfolgreicher
Landung war die Publikumsreaktion als eine Mischung aus Kopfschütteln
und Begeisterung zu werten.
Aktuell wird das Lichtmodul in sieben Programmierungen angeboten:
-Semi Scale I, eine vorbildähnliche Ansteuerung mit
einem Anti-Collision Light Einfachblitzer
-Semi Scale II, eine vorbildähnliche Ansteuerung
mit je einem Anti-Collision Light Doppel- und Einfachblitzer
-Semi Scale III, eine vorbildähnliche Ansteuerung
mit je einem Anti-Collision Light Doppel- und Einfachblitzer und 15
Prozent Lichtstärke in den Pausen
-Basic 5 für universelle Verwendung
- Basic 16 für universelle Verwendung
- Power Control 2, die Kanäle 1 und 2 werden gedimmt
angesteuert
- Flash Control 5, wilde Blinkerei!
Jörg
Peter

Die hinlänglich
bekannte Depron-Ultimate war ein dankbarer Erprobungsträger
für das Lichtmodul
Info
Preis: 37,50 Euro, Bezug bei Ingenieurbüro Jürgen Hofmann,
Tel.: 0711/1286089, www.flight-light-fun.de
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