|
Entsprechend
dieser Worte mit übertragener Bedeutung gestaltete sich die emotionale
Vorbereitung auf das achte Event!
Da nach der letzten Veranstaltung jedem klar war, was Fiss da
oben vorhatte, stellte diese Absicht alle Planungen für 2003
in Frage. Nach einigen kontroversen Überlegungen kamen wir dennoch
zu der Entscheidung: wir machens aber anders! Der Tourismusverband
Fiss sagte zu.
Statt vier Tage Schönjöchl-Stress auf hochalpinem Niveau war
nun eine gemütliche Modellflugwoche mit einem abwechslungsreichen
Programm angesagt. Wir waren allerdings sicher, dass sich damit das
Teilnehmerfeld ändern würde. Und so kam es auch! Viele der
Großseglerpiloten blieben zu Hause oder waren wohl anderswo
anzutreffen.
So haben wir das Programm auf die teilnehmenden Piloten zugeschnitten.
Und heraus kam das Beste, was wir jemals über die Bühne brachten.
Wechselnde Lokalitäten
sorgten dafür, dass keine Langeweile aufkam. Ich denke, das ist
gut angekommen. Außerdem war die Entscheidung, eine eigene Orga-Mannschaft
aufzustellen, die optimale Voraussetzung für ein reibungsloses
Gelingen.
A An den ersten beiden Tagen war die Teilnehmer- zahl noch gering. So
hatten wir am Montag, als auf dem Perdatscher Bichl unsere Veranstaltung
startete, nur 24 Piloten auf der Liste. Am Dienstag, auf der Möseralm
waren es dann schon an die 40 Piloten. Und die Möseralm als alternativer
Austragungsort war ein Volltreffer nun konnten wir schon von
einem "Event" sprechen. Die Thermik aus dem Tal (dem Wettergott
sei Dank!) war auch hier spürbar und so waren, wenn auch nicht
immer, ausgedehnte Flüge möglich. Für den Mittwoch hatten
wir das Wasserfliegen auf dem See mitten in Ladis geplant (http://www.panopix.at/ladis/1ladis_g.htm)
es sollte ein Ganztages-Event werden. Aber anfangs waren nur
einige wenige Piloten da, die ihre Modelle flogen, reparierten, flogen,
reparierten, flogen, und als wir gegen Abend die Wettbewerbe starten
wollten, kam die Gewitterdusche. Na ja, so ist eben das Modellfliegerleben!
Der Donnerstag sollte uns dann wieder entschädigen. Auf dem Perdatscher
Bichl war HLG-Fliegen angesagt mit kleinen Wettbewerben sowie Lehrer-Schüler-Fliegen
mit dem Robbe-Team! Nach zu Beginn unerträglicher Hitze hat uns
dann um drei Uhr nachmittags ein heftiger Gewitterguss vertrieben. So
ist das eben .... siehe oben!
Auch die Firmenvertreter hatten wieder- mal Ihren Spaß in Fiss
Klaus Conzelmann mit
seinen neuen attraktiven Nurflügeln "Sport Wing"
und "Light Wing"
Uwe Gewalt, natürlich
mit einer Palette von Großseglern angereist

.
Der Himmlische Höllein in seinem Element
N Und schon wars Freitag, der Tag der Möseralm! Keine Wolke
am Himmel, heftige Thermik, warm und schön bei bester Fernsicht,
ein Tag, makellos wie Piloten ihn nur selten erleben! Unser Streiter
für die gute Sache, Gebhard Schmid, hatte der- weilen im Hintergrund
alle möglichen Kontakte genutzt, um das, was uns so schmerzte und
fehlte, als die Überraschung überhaupt zu präsentieren:
Mit viel Improvisation und einem noch zu vollbringenden logistischen
Meisterstück wurde am Freitag verkündet: Wir fliegen morgen
auf dem Schönjöchl!
So gingen wir also mit noch mehr Enthusiasmus an die Aufgabe, die aus
einer spontanen Idee geboren war: Die Durchführung eines Wettbewerbes,
dem wir den Namen Glidergolf gaben. In einem überschau- baren,
aber doch weiträumigen Gelände am Berg um die Möseralm,
mussten die Piloten einen Parcour durchfliegen. Die Aufgabe lautete
dabei: Wie auf einem Golfplatz von einem Punkt zum anderen zu kommen,
mit möglichst wenigen Handstarts. Da die sechs Landepunkte nicht
immer vom jeweiligen Startplatz aus zu sehen waren, und die Piloten
zum Teil recht unwegsames Gelände zu überqueren hatten, war
das keine leichte Aufgabe. Um so überraschender war es, dass es
doch zwei Piloten schafften, mit jeweils sechs Punkten, also sechs Starts
und sechs Punktlandungen innerhalb eines 2-m-Kreises, den Parcour zu
durchfliegen! Tolle Leistung! Dafür gab es auch reichlich Preise
der Sponsoren, die unter den 14 Teilnehmern
verteilt wurden. Ein besonderer Dank geht auch an die edlen Spender
und Unterstützer, die zudem im Vorfeld für die Verteilung
der Werbeflyer gesorgt hatten.
Der Wirt der Möseralm
hatte auf unsere Anregung hin einen Barbeque-Grill aufgebaut und Leckereien
gebrutzelt, sodass einem gelungenen Flugtag, was die Verpflegung betraf,
nichts im Wege stand. Dazu kam, dass die Transportmöglichkeiten
zur Möseralm vorbildlich sind: Transportgondel für sperrige
Modelle und geräumige Personengondeln führen bis zum Startplatz!
Der wurde übrigens zum
Landen steinfrei gemacht und gemäht! Einige mutige Piloten bewiesen
dann den Zweiflern, dass es ein Traumtag zum Fliegen war. Richard Polessnig
zum Beispiel, flog fast zwei Stunden mit seiner großen "ASW
20" weiträumig und immer wieder bis zur Sichtgrenze hoch.
Ebenso zeigte Uwe Gewalt mit strahlendem Gesicht, wie gut es mit dem
Fliegen an diesem Tag aussah.
|
Am Abend stand dann das Kirchturmfliegen
auf dem Programm: Nach Einbruch der Dunkelheit versammelten sich Zuschauer
und Probanten (ich meine Wettbewerbsteilnehmer) am Toalstock, um dieses
Spektakel zu zelebrieren! Was dann folgte war ein Angriff auf die
Lachmuskeln. Denn die Aufgabe war wie immer nicht einfach. Zwei in
etwa 15 m Höhe schwebende, große Heliumballone mussten
innerhalb von drei Minuten so oft wie möglich kreuzweise umrundet
werden. Das hatte zur Folge, dass so manches Modell mal im Baum, mal
auf einem Dach oder auch auf einem Balkon seine unplanmäßige
Landung absolvierte. Ein ganz junger Pilot schaffte es sogar, sein
Modell an, in die Schnur eines Ballons zu "parken". Bei
ihm gings halt wie am Schnürchen! Nun, jeder hatte seinen
Spaß und so war es weit nach Mitternacht, als die letzten Preise
überreicht wurden.
Samstag der Tag des (Modellflieger-) Herrn! Morgens um sechs
fuhr die erste Mannschaft, mit den bereits am Vorabend verladenen
Modellen, mit Allradfahrzeugen dem Gipfel entgegen aufs Schönjöchl.
Es waren am Ende rund zehn Fahrten nötig, um unser Equipment,
alle Modelle und die wenigen "Fußkranken" auf 2.500
m zu bringen! Die meisten Piloten nahmen die Gondel bis zur Möseralm,
von dort den Sessellift auf den oberen Sattelkopf und von da aus den
Fußmarsch von ca. 50 Minuten auf sich! Das war Spitze: Diese
Jungs und Mädels geben was für ihr Hobby und für
das Erlebnis des alpinen Segelflugs! An der Gipfel- pyramide wurde
schnell die Frequenzüberwachung aufgebaut, damit es, wie auch
an den anderen Tagen, keine Fehl- und Doppelbelegungen gab. Zudem
wurde der Frequenzraum ständig mit einem Scanner überwacht.

Etwa 80 Piloten samt Modellen und "Anhang" bevölkerten
den Berg und huldigten dem Sonnengott. Keine Wolke war weit und breit
zu sehen und das sollte den ganzen Tag so bleiben. Unglaublicher
Panoramablick, eine Wärme, eine Thermik, wie wir dies dort noch
nie erlebt hatten, einfach fantastisch. Und siehe da, auf einmal waren
auch Großsegler in der Luft! Eine "DG-800" mit 6 m
zog dynamisch ihre Kreise, und einige andere gesellten sich dazu.
Gegen 16 Uhr waren viele überrascht, dass die Zeit so schnell
verronnen war! Die Modelle wurden wieder verladen, und nach etlichen
Fahrten ins Tal waren wir schon beim nächsten Highlight angekommen:
dem von Mittwoch auf Samstagnacht verlegten Wasser- fliegen in Ladis!
Und das war dann der Knüller! Bei aufkommender Dunkelheit (ein
Gastronom aus der Nachbarschaft hatte noch schnell gekühlte Getränke
organisiert) schwebte der allbekannte Ballon in 10 Meter Höhe
im Kegel des Scheinwerferlichts und wartete auf die ersten Angriffe!
Zahlreiche Zuschauer erlebten voller Spannung, wie der erste Pilot
er hatte sich, um die österreichische Nation würdig
zu vertreten, spontan angemeldet den Ballon beim ersten Umrunden
in Stücke riss! Und so ging es weiter! Von den 17 Teilnehmern
war gerade mal ein Modell dabei, das heil vom Wasser wegkam, den Ballon
ohne ihn zu treffen umrundete und dann auch noch unbeschadet wieder
auf dem Wasser aufsetzte. Und doch, es war eine Riesen- gaudi. Ganz
nach dem Motto: dabeisein ist alles! Ich hatte die leidvolle Aufgabe
übernommen, die zahlreichen Modellbrösel aus dem Wasser
zu fischen. Für zweieinhalb Stunden war das Fischerboot nun mein
Zuhause. "Pilot ahoi" ... und am nächsten Tag begrüßten
mich die Blasen an meinen Händen. Der Sonntag empfing uns mit
großer Hitze. Es war somit gerade recht, dass wir keine großen
Märsche zu absolvieren hatten am Perdatscher Bichl, der sich
von seiner besten Seite zeigte. Thermik wie noch nie! Uwe und Richard
mit ihren großen Kisten zeigten, was den Reiz des alpinen Segelflugs
ausmacht Nervenkitzel erleben und genießen!
Die Jungs vom Robbe-Team hatten ein Schleppmodell dabei, sodass sogar
Seglerschlepp möglich war mit Erfolg! Es geht also, was
viele zuerst bezweifelten. So verabschiedete sich auch der letzte,
heiß aber herzlich verlaufende Tag. Die restlichen Preise wurden
unter den Teilnehmern verlost, allmählich verkleinerte sich die
Gruppe, aber dennoch hielten nicht wenige bis zum Sonnenuntergang
aus.

Flying-Circus Fiss 2003 es war ein Erlebnis
Für die Treue der Fans und die Teilnahme vieler Neulinge
immerhin waren wir zuletzt über 80 bedanke ich mich hier
ganz besonders herzlich. Auch bei dem Team, das mit mir zusammen diesen
Event zu einem stressfreien Erlebnis gemacht hat: Holger, unser
Talkmaster von der
Waterkant... Jan-Kurt Hoffmann, unser Scanner-Operator and
frequency-security-man...
Stefan (aus Berlin!), immer da, wenn man
ihn brauchte ("wow, dat sind Berge hier...")
Ralf, der den Luftraum stets im Auge hatte...
Bärbel und Marie-Claire, das freundliche
Lächeln mal zwei...
Christian und Hugo, das Schweizer Duo,
kernig, echt...
Markus, der digitale Reporter...
Monika, merchandising und helfende Hand...
Die Firmen, die uns tatkräftig unterstützen: Für die
Promotion: AUFWIND,
Höllein, TUN-Modellbau, Graupner, Sport Klemm, Thommys, HKM,
Gewalt, EMC-Vega, und Rödelmodell. Für Sachspenden und
Preise: Robbe, Höllein, Conzelmann, Tourismusverband Fiss und
die Bergbahnen Fiss. Ein besonderer Dank dem unermüdlichen Gebhard
Schmid für die Samstagsüberraschung und die logistische
Glanzleistung und natürlich die freundliche und unkomplizierte
Hilfe und Unterstützung der Gemeinde und des Tourismusverbandes
Ladis.
Gerd Holzner
Fotos: Horst Kropka, Gerd Holzner
|