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Vor langer Zeit
in meiner Kindheit gab es in einer Nachbarstadt einen
mit uns konkurrierenden Modellflugverein. Ein paar seiner Mitglieder
waren sehr gute Konstrukteure für Freiflugmodelle in FAI-Klassen.
Sie haben mit ihren Modellen damals immer die Landesmeisterschaften
gewonnen. Eines Tages habe ich es gewagt, einen der Gurus
nach seinen Geheimnissen zu fragen: Wie entwerft ihr solche Siegermodelle?
Er schaute sich vorsichtig um, damit ihn auch keiner hören konnte,
und flüsterte mir das große Geheimnis zu: Zunächst
vermessen wir die Gepäckräume in Bussen, Taxis, Zügen
etc. Nach diesen Maßen bauen wir dann die Transportkisten für
die Modelle. Und dann bauen wir die Modelle so, dass sie gut in diese
Kisten passen. |
![]() Trotz
der geringen Größe ist das Modell ein hervorragender
Gleiter
Zur Kühlung von Regler und Akku wurde ein NACA-Lufteinlass oben am Rumpf angebracht. Der versenkte Einlass scheint der beste Kompromiss zwischen Kühlung und Luftwiderstand zu sein. Eine aufgesetzte Hutze würde da doch erheblich mehr bremsen. Die genaue Form und das Profil des Einlasses sind sehr wichtig, um einen guten Luftstrom im Rumpf zu erzeugen. Die Öffnung muss etwa drei- bis fünfmal breiter als tief sein. Die Seitenflosse ist wichtig: je größer die Flosse, desto größer die Längsstabilität. Und so entstand eine anschauliche Haifischflosse aus 3-mm-Balsa. Die Endleiste besteht aus einem Streifen Hartbalsa, die Nasenleiste wieder aus Kiefer. ![]() Für
die Quer-/Höhenruder wurden zwei C-2081-Servos
direkt im Flügel eingebaut
![]() Filigran
und leichtgewichtig bis in die Flügelspitze. Das Kohlerohr
als Hauptholm wurde mit Balsavierkant verlängert
Am Tag des Erstfluges war es bewölkt und trüb. Beim ersten Handstart ohne Motor segelte das Modell ganz normal. Der zweite Start erfolgte mit 2/3-Motorgas und etwas Tieftrimmung schon war die Echse unterwegs. Lediglich bei Vollgas wollte das schöne Modell immer nach links wegrollen. Im Segelflug jedoch flog es geradeaus. Also zurück zur Werkstatt, um mit ein paar Beilagscheiben den Seitenzug zu ändern. Beim nächsten Flug war es dann sonnig, windstill und es lagen 20 cm Neuschnee. Der Steigflug war jetzt besser und wir konnten den Schwerpunkt im angedrückten Schnellflug testen. Das Modell war etwas kopflastig, aber nicht bedrohlich. Also wieder auf Höhe und Abreißtendenzen testen: Viertelgas und Höhenruder langsam durchziehen. Das gefürchtete scharfe Abschmieren blieb aus. Stattdessen nickte Gecko nur mit der Nase nach unten und holte Fahrt auf. Was ich auch probierte, er war nicht zum Abschmieren zu bewegen. Mit etwas Überfahrt sind Loopings und Rollen einfach zu fliegen. Die leichte Kopflastigkeit bewirkte Fassrollen, mit dem Schwerpunkt weiter hinten gehen die Rollen schöner. Schließlich zeigten ein paar langsame Vorbeiflüge und simulierte Landeanflüge, dass das Modell viel Platz zum Landen braucht. Und dabei dachte ich doch während der Entwurfsphase noch an den Einbau einer Störklappe. Selbst ohne Motor segelte das Modell ganz flach. Etwas Gegenwind hilft hier ungemein. Nach nunmehr vielen Flügen muss ich sagen, dass der Gecko angesichts des geringen Aufwands ein hübsches Fliegerchen geworden ist. Was könnte man noch verbessern? Zum Beispiel Styrokerne in Vakuumtechnik beplankt, Störklappen, bürstenloser Motor und LiPo-Akku. Und last but not least vielleicht ein größeres Auto für mehr Spannweite? Florin Dumitru,
Bukarest
Übersetzung: Dieter Mahlein
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Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 2/2006 Das komplette Inhaltsverzeichniss 2/2006 Zur Heftbestelluwng bitte hier entlang. © AUFWIND 2006 |