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In AUFWIND 4/2007
habe ich den Rohbau der neuen "Klemm L-25" von Krick vorgestellt.
Mit rund 4 kg Gewicht aller gelieferten Bauteile war von vorneherein
klar, dass damit ein hervorragendes Elektro-Scale-Modell geschaffen
werden kann.
Das Studium der Bauanleitung führte gut durch die einzelnen Schritte
der Fertigstellung. Die Bauqualität der einzelnen Teile spiegelte
sich auch in der Passgenauigkeit wieder. Als einzige echte Baumaßnahme
musste noch der dreiteilige Rumpfrücken auf den Rumpf geklebt und
an den Seiten beigeschliffen werden. Mit dem Ausschneiden der Cockpits
wofür eine Schablone beilag waren dann die Arbeiten
am Rumpf auch schon wieder beendet. Und als dann die Randbögen
des Höhenleitwerks sowie der Hornausgleich des Seitenruders verschliffen
waren, konnte das Schleifpapier auch wieder eingepackt werden. Zum ersten
Mal habe ich das Modell nun in der Werkstatt zusammengebaut und in seiner
ganzen Pracht bewundert. Ein fantastischer Rohbau! In so kurzer Zeit
habe ich noch nie ein so großes Holzmodell "gebaut".
Könnte man auch als exklusive Zimmerdeko so stehen lassen...
Einen Fauxpas leistete ich mir aber am Leitwerk: Seiten- und Höhenleitwerk
sind vom Konstrukteur abnehmbar gestaltet worden. Das bietet gerade
einem Modellflieger mit kleinem Auto die Möglichkeit, das große
Modell dennoch bequem zu transportieren. Da ich jedoch keine Platzprobleme
für den Transport habe, erlaubte ich mir, das Seitenleitwerk kurzerhand
satt einzukleben. Und die Strafe folgte auf den Fuß: Jetzt war
es nämlich nicht mehr möglich, das Höhenleitwerk an seinem
Platz einzurichten. Die unten herausstehenden Schraublaschen verhinderten
nun, das Höhenleitwerk über den Rumpfrücken hinweg unter
das Seitenleitwerk zu bekommen. Also musste schweren Herzens die Unterkante
des Seitenleitwerks in einem leichten Bogen aufwärts ausgeschnitten
werden. Mit 0,4-mm-Sperrholz schließlich wurde es wieder verschlossen.
Nur Scale-Puristen stören sich an der bogenförmigen Unterkante
des Seitenleitwerks. Zu betonen ist natürlich, dass es sich dabei
um keinen Konstrukteursfehler handelt. Es war schlichtweg eigene Unachtsamkeit!
Für die farbliche Gestaltung des Modells entschied ich mich zum
Krick-typischen Katalogfinish: Holzfarben mit transparenten Rippenfeldern
und silbergrauen Verzierungen. Also habe ich alle Teile mit 180er-Schleifpapier
noch einmal behandelt, immer sorgfältig in Faserrichtung. Unter
einer starken Lampe wurden Querschliffe und Kratzer ausfindig gemacht
und vorsichtig ausgeschliffen. Da der Hersteller einen hervorragenden
Job absolviert hatte, gab es hier nicht viel zu tun. Dann habe ich das
ganze Modell Clou-Wasserbeize "Eiche hell" gestrichen und
die silbergrauen Verzierungen schließlich aus Acryl-Rostschutzgrund
direkt aufgepinselt. Zu guter Letzt kamen rund 7 Meter Oracover transparent
zum Zuge sowie aus Orastick geschnittene Kennzeichen und Markierungen.
Das Ergebnis ist ein in meinen Augen attraktives Modellfinish, ganz
ohne Lackgestank, zudem wasserfest und leichtgewichtig.
Kommen wir zum Antrieb: Anlässlich des Hepf-Flugtages in Wörgl
diskutierte ich mit Manfred Pfeiffer, Inhaber des Axi-Generalvertriebs
in Österreich, über zwei Antriebskonzepte: Einen "Axi
5330" mit 6s-Lipo als kraftvollen Basisantrieb. Eine Nummer stärker
aber sollte der "Axi 5345" mit 8s-Lipo sein. Was tun? Wieder
zu Hause, wurde das aufgebaute Modell probehalber mit Gewichten bestückt,
um den Einbau der Komponenten zu simulieren. Und siehe da: Mit dem größeren
Antrieb war die Einstellung des Schwerpunkts problemlos möglich,
während dem kleineren Antrieb noch mehrere hundert Gramm Blei zugegeben
werden müssen. Also klaro: Der mächtige "Axi 5345/14"
gewann das Rennen um den Einbauplatz.
Vier M6-Gewindestangen halten den GFK-Spant, an dem der Motor rückseitig
verschraubt wurde, auf Abstand zum Motorspant. Den GFK-Spant gibt es
übrigens als Zubehör bei Hepf. Mit zwei abgewinkelten Eisenstangen
und mehreren Metern Kohlerovings habe ich den Aufbau zudem noch diagonal
verstrebt. Der Regler, ein Jeti-"Spin 77", wurde direkt unter
dem Motor auf einem Brettchen gelagert. Dort liegt er im Luftstrom der
unteren Lüftungsöffnung in der Motorhaube. Das Datenkabel
zum Auslesen der Antriebsdaten konnte rechts aus der Motorhaube herausgeführt
werden. Ein Vollgas-Motortest (58 A) noch ohne Motorhaube (...aus Schaden
wird man klug) zeigte dann auch keine Vibrationen, also konnte ich auch
die Motorhaube mit bestem Gewissen aufschrauben. Als Flugakku habe ich
einen 8s-"Lemon-RC"-Akku mit 5.300 mAh gewählt. Der brachte
das nötige Gewicht in die Nase und sorgt seitdem auch für
lange Flugzeiten.

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Zur Ausstattung
mit RC-Komponenten habe ich auf die niedrig gebauten "IG-500
MG"-Servos von Hype zurückgegriffen. Diese Typen haben
sich schon im F3A-Trainer "Groovy 50" bewährt. Als
Empfänger fungiert ein "Mini DS IPD" von Multiplex
und als Schalter ein elektronischer Magnetschalter "DPSI Micro
RV" von Emcotec. Den Strom liefert ein fünfzelliger Sanyo-Akku
mit 2,4 Ah.
Mit nunmehr genau 7.820 g Fluggewicht stand die große "Klemm"
abflugbereit auf der Wiese. Reichweitentest und ein weiterer Vollgastest
verliefen positiv. Also gegen den Wind ausgerichtet und langsam
Vollgas eingeschoben. Was nun folgte, hatte niemand der Anwesenden
erwartet: Nach nur drei Metern hob die große "Klemm"
ab und ließ sich mit 45 Grad und flottem Tempo in den Himmel
ziehen die Kraft des Motors war brachial! Nach der ersten
Wende wurde auf 30 Prozent gedrosselt. Zwei Zacken Tiefenrudertrimm,
dann flog die "Klemm", als hätte sie nie etwas anderes
getan. Doch die erste langsam geflogene Kurve sah fürchterlich
aus. Erst mit nur ganz wenig Querruder und dafür viel Seitenruder
ließ sich das wesentlich sauberer hinkriegen. Denn der kurze
Rumpf will gesteuert werden! Auffallend deshalb auch die Höhenruderwirkung:
Erst kleine Ausschläge und viel Expo verhalfen dem Modell zu
ruhigeren Flügen. Die erste Landung nach sechs Minuten, noch
etwas zu flott und mit drei Sprungeinlagen ein gelungener
Erstflug. Doch irgendwie schwänzelte das Modell im langsamen
Flug. Es erschien mir fast, als ob die "Klemm" noch ein
wenig schwanzlastig wäre. Also wurden kurzerhand 85 g Blei
hinter den Motorspant geschraubt. Und siehe da: Noch zahmer und
braver flog die "Klemm" fortan. Das Landen ist noch einfacher
geworden und vom Schwänzeln keine Spur mehr. Zur Landung lässt
sich das Modell aushungern und mit erhobenem Haupt (=Motorhaube)
in Dreipunktlage auf die Wiese ziehen. Das war sie jetzt, meine
"Klemm KL-25"!
Viele weitere Flüge folgten. Auf dem Fliegertreffen in Odenheim
bei Bruchsal nahm Daniel Just (www.danieljust.de)
die Gelegenheit wahr, eine Fotoserie des Modells zu schießen.
Gesamtflugzeiten von fast 25 Minuten stellten sich ein. Wahlweise
lässt sich die "Klemm 25" in Motorseglermanier herumschleichen,
oder im flotten Tempo mit mehr als genügend Leistungsüberschuss
durch gängige Kunstflugfiguren bewegen. Doch so richtig Spaß
macht die "Klemm" im ruhigen Abendhimmel, mit stark gedrosseltem
Motor. Genussfliegen pur, ein Augen- und Ohrenschmaus. Und was das
Wichtigste ist: Dank des Leistungsüberschusses ist das Modell
auch bei widrigen Wetterverhältnissen, wie etwa bei dem bockigen
und starken Querwind in Odenheim, gut zu beherrschen. Im Verein
wird überlegt, wer sich nun eine "Minimoa" im gleichen
Maßstab baut. Das müsste ein fantastisches Gespann abgeben.
Ein dickes Lob also an die Firma Krick für die Wiederauflegung
des Klassikers, und das gleich im großen Stil. Ich hoffe,
weitere Modelle werden folgen. Die Wunschliste ist lang: "Klemm
35", "Bücker Bestmann", "Bücker Student"...
Philipp
Gardemin
Fotos: Daniel Just

Fakten "Klemm 25"
Elektro-Scale-Großmodell
Spannweite: 2.890 mm
Länge: 1.680 mm
Fluggewicht: 7.820 g
Fläche: 105 qdm
Flächenbelastung: 74,5 g/qdm
Ruderausschläge:
Höhenruder: +/-20 mm
Seitenruder: maximal
Querruder: +10/-20 mm
Preis: 598,- Euro, Bezug im Fachhandel
www.krick-modell.de
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