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Zu neuen Dimensionen
in der Klasse der Parkflyer ist man mit dem Moby Dick aufgebrochen.
In der Bauanleitung wird verheißungsvoll begonnen: Ein Trainingsmodell
in Holzbauweise mit hervorragenden Flugeigenschaften, das den Übergang
zu großen Modellen mit Querrudern und Landeklappen leicht macht.
Auch wird auf relativ günstige Antriebsvarianten hingewiesen, neben
dem bürstenlosen Phasor 45/3 auch ein 700er-Motor mit
Getriebe. Der über zwei Meter große Moby Dick
hat in meinen Augen einen für solch ein Modell angemessen günstigen
Preis, vor allem wenn man bedenkt, dass man Servos für 5,- Euro
und einen kostengünstigen Antrieb einbauen kann.
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Bereit zum ersten Start. Die nachträglich dazu
gekommenen Streben machen auch optisch was her und dienen der Stabilität
Kommen wir zum Antrieb: Hier ist jeder gefordert, individuell für den von ihm verwendeten Antrieb eine Befestigungslösung zu finden. Mit dem von mir vorgesehenen 700er-Motor mit Getriebe war dies kein Problem: Das Power Gear 2:1-Getriebe von Graupner direkt vor den Motorspant halten, sobald die Lage der Abtriebswelle zu Spant und Motorhaube zentriert ist, einfach die Umrisse der Getriebebefestigungslaschen auf dem Spant anzeichnen. Entsprechend der Markierung werden Schlitze aus dem Motorspant gesägt, dabei sollte man ausreichend Spiel für die spätere Justierung des Antriebes mit einkalkulieren. Nach diesem Arbeitsschritt lässt sich das Getriebe mit Motor leicht in den Kopfspant einschieben und ausrichten. Zwei einfache Holzkeile, die ich aus einem Kieferleistenrest gesägt habe, dienen als Motorträger. Hier sollte man darauf achten, dass man die Winkel für Motorsturz und -seitenzug berücksichtigt. ![]() Noch ein paar Bemerkungen zu den Kunststoffverkleidungen. Die ABS-Motorhaube ist etwas zu dünn geraten, sodass sie beim Ausschneiden einriss. Also war eine Verstärkung notwendig, für die ich dünnes Glasgewebe und Sekundenkleber verwendete. Die Kabinenverglasung habe ich nur vorne mit dem Instrumentenpanel verklebt, ansonsten habe ich diese Baugruppe lösbar mit Schrauben ausgeführt. Somit ist dieser Bereich des Rumpfes auch wartungs- und reparaturfreundlich geworden. Entgegen der Schraublösung der Flächenmittelstückabdeckung habe ich hier eine schneller lösbare Verbindung mit Gummis gewählt, was die Zeit für das Auf- und Abrüsten auf dem Fluggelände reduziert. Kommen wir endlich zum Fliegen: Flugerfahrung gleich Flugspaß! Damit wäre schon alles gesagt. Man sieht es dem Modell an, dass es fliegen will, fliegen kann und fliegen wird. Vor dem ersten Start noch den Schwerpunkt einstellen, der nach meinen späteren Erfahrungen ruhig auch noch um bis zu 3 cm gegenüber der Bauanleitungsangabe nach vorne verlagert werden darf, damit Moby Dick beim Start bequem in der Spur zu halten ist. Wenn dieses Modell überhaupt etwas Augenmerk beim Fliegen bedarf, dann ist es in der Startphase, wie es bei einem Zweibeinfahrwerk eben üblich ist. Also gemächlich Gas geben und die Richtung mit dem Seitenruder halten. Sobald ausreichend Fahrt aufkommt, hebt das Modell von selbst ab. Die eingesetzten 16 Zellen braucht Moby Dick für einen kraftvollen Start. Mit Klappen kommt man natürlich schneller hoch, das kostet aber auch zusätzliche Akkuenergie. Ist das Modell erst einmal in der Luft, fängt der Spaß so richtig an. Moby Dick ist durch und durch gutmütig, nach zwei Platzrunden fertig getrimmt. Ohne Klappen kann man sogar ganz gut Fahrt machen, also bis zu mittleren Windstärken ist der Einsatz dieses Modells durchaus möglich. Das Flugvergnügen steigert sich natürlich noch mehr in Bodennähe mit ausgefahrenen Landeklappen. Der Klappengeber ist eigentlich ein Fun-Geber. Bei mir fahren die Klappen nicht nur bis zu den empfohlenen 30° herunter, sondern sie schaffen sogar 80°. Mit vollem Klappenausschlag steht Moby Dick fast auf der Stelle auch bei Windstille. Wie gut steile Abstiege und Punktlandungen gelingen, erklärt sich da von selbst. Steilkurven und Turns sind auch kein Problem aber bitte mit Streben ebenso Fassrollen und weiche Loopings. Noch etwas zur Flugzeit: Mit 16 Zellen 2.000 mAh kommt man mit Teillast auf gut sieben Minuten durch die Luft, ein angemessener Wert. Als Standstrom sind 34 A eingestellt. Außer herumfliegen kann man mit Moby Dick noch viel mehr machen: Fallschirmspringer absetzen, Bonbonabwurf, Fotoflug und auch Huckepack- oder Seglerschlepp in den unteren Größenklassen. Die geräumige und offene Kabine sowie die Flächenkonstruktion im Bereich des Flächenmittelstückes bieten einiges an Optionen, um mit eigener Kreativität Modifikationen an diesem Modell umzusetzen. Moby Dick ist ein sehr vielseitiges Modell, mit sehr gutmütigen Flugeigenschaften, das nicht nur für den Fortgeschrittenen, sondern auch für den Anfänger als Erstmodell geeignet ist, sofern er einen fachkundigen Fluglehrer zur Seite hat. Und der erfahrene Modellflieger wird Moby Dick als leichtes Arbeitspferd und Spaßmodell für den unteren Luftraum nutzen, denn dazu laden die extremen Langsamflugeigenschaften geradezu ein. Uwe Miram,
Fotos: Lars Miram
![]() Die aus
einem Blech gekantete Flächenstrebenhalterung, die zusammen mit
dem Querruderservo in der Fläche verschraubt wird
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![]() Alle Baugruppen im Lieferzustand auf einen Blick |
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