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Erst seit kurzem
bietet Friedrich Schmitt diesen fantastischen Oldtimer im heute gängigen
Maßstab 1:3 an. Ich durfte den Prototypen bauen, einstellen und
verschiedene Detaillösungen ausarbeiten und das schöne Modell
letztendlich auch ausgiebig flugtechnisch testen.
Als eigentlichen Bausatz darf man die Komponenten der SHK
nicht bezeichnen. Der Lieferumfang besteht aus einem GFK-Rumpf einschließlich
hinterer Rumpfabschlußhutze, einem Kabinenhaubenrahmen, der Kabinenhaube
sowie der kompletten Steckung für Flügel und V-Leitwerk. Auf
die Beschaffenheit und die Dimensionen dieser aufgeführten Teile
gehe ich später noch genauer ein. Weiter liegt dem Bausatz ein
Frästeilesatz für die Tragflächen und die Leitwerke bei.
Das sind aber nicht irgendwelche vorgefrästen Platten, bei denen
noch alles heraus gebrochen werden muss nein, alles ist frei
gefräst und per Hand so verputzt, dass es den Anschein hat, es
handle sich um lasergeschnittene Bauteile. Alle Teile sind durchnummeriert
und zu Baugruppen verpackt.
Wie bei allen Bausätzen von Fraesfritz müssen noch Holzteile
zugekauft werden: Das sind die Leisten für die Holme, das Verkastungsmaterial
für Holme und Ruder, die Nasenleisten und auch das komplette Beplankungsmaterial
für Tragflächen und Leitwerke. Eine Auflistung der zu beschaffenden
Holzteile liegt dem Bausatz bei. Da die Tragflächen der SHK
fast komplett beplankt werden, sollte man schon einige Brettchen 2,5-mm-Balsaholz
hart und mittelhart ordern. Da sind insgesamt rund 95 Euro fällig.
Als Bezugsquelle kann ich Heerdegen-Balsaholz in Osnabrück (www.heerdegen-balsaholz.de)
empfehlen.
Doch nun zum Bau: Berechnet wurde das Tragwerk durch ein bekanntes Computerprogramm.
Abweichend von allen anderen Konstruktionen von Fraesfritz ging man
beim Holmaufbau der SHK neue Wege: Grund hierfür ist
das 28-mm-Steckungsrohr aus Aluminium mit einer Wandung von 4 mm. So
besteht der Holm aus vier Gurten Kiefer 5x10 mm und das Steckungsrohr
wird genau in der quadratischen Mitte geführt. Der eigentliche
Holm-Kasten entsteht dann durch die stehend gemaserte Holmverkastung
sowie oben und unten durch die Tragflächenbeplankung. Die Gurte
sind natürlich wieder vorab zu fertigen. Alles Weitere vollendet
sich auf dem Bauplan. Die Rippen rasten richtig ein, so macht der Bau
echt Laune. Die Abstände der Rippen sowie die Rudergrößen
sind Scale. Die separat zu beschaffenden zwei Paar Störklappen
(370 mm) fahren oben und nach unten aus. Versteht sich fast von selbst,
dass auch die Lage der Klappen vorbildgetreu ist.

Der filigrane aber trotzdem stabile Aufbau der Tragflächen.
Für die Beplankung werden Balsabrettchen im Winkel von 45°
diagonal verklebt
In AUFWIND
3/2005 wurde ja schon über das Original berichtet. Daher nur noch
kurz etwas über das Erstlingswerk von Klaus Holighaus bei Schempp-Hirth:
Die SHK ist eine Weiterentwicklung der österreichischen
Standard Austria mit auf 17 m vergrößerter Spannweite
und geändertem Rumpf und V-Leitwerk. Die SHK stellte
1965 mit der aufgelösten Holmbauweise mittels Stringern den Höhepunkt
der Holzbau-Ära dar, was Oberflächengüte und Profilgenauigkeit
anbelangte. Zurück zum Modell: Nachdem alle Rippen und Leisten
verbaut sind, sollte man den Tragflügel auf der Oberseite komplett
beplanken. Hierzu wird jede Menge 2,5-mm-Balsaholz verwendet, da wie
beim Original nur ein schmaler Streifen von der Flächenwurzel bis
zum Querruder unbeplankt bleibt. Die restlichen Arbeiten gestalten sich
wie bei jedem anderen Rippenflügel auch: Nach Trocknung den Flügel
lösen, umdrehen, Stützfüße der Rippen abschleifen,
Unterseite beplanken, Querruder austrennen und verkasten.
Bei der Konstruktion des V-Leitwerks ging Friedrich Schmitt ähnlich
vor wie bei den Tragflächen: Pro Leitwerk kommen vier Kiefergurte
mit den Abmessungen 5x6 mm zur Verwendung. In deren Mitte liegt das
10-mm-Aluminiumrohr für das Pendel-V-Leitwerk. Es ist gar nicht
so schwierig, das Pendel-Leitwerk ordentlich zum Funktionieren zu bringen.
So werden im Rumpf Aluminiumrohre mit entsprechendem V-Leitwerks-Öffnungswinkel
eingebaut ein falscher Einbau ist durch konstruktive Vorgaben
eigentlich nicht möglich in denen saugend ein 10-mm-Vollkohlestab
gleitet. Dieser Stab schaut etwa 180 mm aus dem Rumpf heraus. Darauf
gleitet und dreht sich das komplette Ruder. Die Arretierung am Rumpf
ist ein kleines Schmankerl: Es kommt ein so genannter Bajonett-Verschluss
aus GFK zur Verwendung. Das Leitwerk wird um 90 Grad verdreht auf die
Kohle-Achse aufgeschoben, beim Drehen in die Normallage rastet es ein.
Massenausgleiche aus GFK in Scale-Größe gehören ebenfalls
zum Bausatz.
Kommen wir nun zum Rumpf: Hier hat prinzipiell jeder erfahrene Modellbauer
seine eigenen Vorstellungen. Deshalb gehe ich nur auf spezielle Details
ein. Ganz wichtig ist die absolut spiel- und flatterfreie Anlenkung
des V-Leitwerks. Hier arbeiten zwei 1,3 Meter lange 10-mm-Kohlerohre.
Am Anfang und am Ende werden 3-mm-Gewindestangen eingeharzt. Ruderseitig
werden diese aus dem Rumpf heraus abgekröpft und an ebenfalls abgekröpften
Aluminium-Ruderhörnern angeschlossen. Ganz vorne im Rumpf werden
zwei hochwertige, spielfreie und starke Servos eingebaut. Wichtig ist,
die Schubstangen in der hinteren Rumpfmitte durch einen Hilfsspant noch
mal abzufangen, um ein Durchbiegen zu verhindern. Natürlich wäre
auch eine innen liegende Anlenkung möglich aber das muss
jeder selbst entscheiden.
Ganz kurz möchte ich noch mal auf den Ausbau der Rumpfspitze eingehen,
denn diese Sektion gestalte ich in meiner gesamten Seglerflotte gleich:
Die beiden Akkus, die Weiche und das F-Schlepp-Servo sitzen auf einer
Art Schlitten. Durch Lösen von zwei Schrauben und dem Aushängen
des Kupplungsgestänges kann man die komplette Einheit zu Wartungszwecken
problemlos herausnehmen.

Der Cockpitbereich der SHK bietet für einen Scale-Ausbau
genügend Platz. Die Leitwerkservos, der Empfänger und des
Fahrwerkservo sind im Schwerpunktbereich
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Mit 5,66 m Spannweite ist die SHK ein imposanter Großsegler,
dessen Fertigstellung schnell und auch preisgünstig machbar ist
!

Mit den exakt und sauber gefrästen Holzteilen bereitet der
Bau riesigen Spaß. Für alle Klebearbeiten wurde Ponal
express-Holzleim verwendet
Damit wäre
der Bau so gut wie geschafft, kommen wir also zur Oberflächengestaltung
und Flugerprobung: Der Rumpf ist in der Form bereits weiß
eingefärbt und braucht nicht mehr lackiert zu werden. Flügel
und Leitwerke wurden mit normaler Oracover-Folie bebügelt.
Das Dekor und die Kennungen sind aus Selbstklebefolie. Dekor und
Farbe können bei der Bestellung bei Fraesfritz ausgewählt
werden.
Beim Erstflug dann leicht erhöhter Puls. Wie verhält sich
das V-Leitwerk? Was ist mit der Einstellwinkeldifferenz? Der Rumpf
hat keine Profilanformung. Aber an der Leitwerkshutze ist eine Anformung.
Entsprechend dieser Anformung wurde das Leitwerk auf Null Grad zur
Rumpfsehne eingestellt. Und nach diesen Werten wurde der Flügel
um 1,5 Grad positiv angestellt. Aber eigentlich gibt man mit diesen
1,5 Grad nur die horizontale Fluglage des Rumpfes im Geradeausflug
vor. Das Schleppseil wurde eingehängt und ab ins Element. Alles
Weitere würde sich dann schon zeigen. Man kennt mich als absoluten
Praktiker. Das Ding muss fliegen, egal wie. Ich sage mir immer,
andere rechnen den ganzen Tag hin und her und bringen trotzdem auch
nicht mehr auf die Reihe. Aber alle Aufregung umsonst: Die SHK
flog auf Anhieb. Wie ein absoluter Floater vom Feinsten. Die Einstellungen
und Ausschläge kann ich ohne Wenn und Aber weiterempfehlen.
Auch im Schnellflug zeigte sich die SHK völlig
unkritisch, ohne Unterschneiden und ohne Flattern am V-Leitwerk.
Fürs Herumbolzen ist dieser schöne Segler aber nicht gemacht.
Die Stärken der SHK liegen im Thermikflug. Ein
herrliches Erlebnis hatte ich dann mit dem Modell bei der Deutschen
Meisterschaft des DMFV Scale/Semi-Scale 2006. Ich hatte die Möglichkeit,
vom späteren Deutschen Meister in der Klasse Semi-Scale, Bernd
Leisten, geschleppt zu werden. Wer Bernd Leisten kennt, weiß,
dass er zum Schleppen ausnahmslos seinen treuen Big-Lift
einsetzt. Na ja, er war sehr skeptisch, ob das mit der SHK
funktionieren würde. Er wurde eines Besseren belehrt: Vorbildgetreuer
wurde ich noch nie geschleppt. Man muss sich das Szenario vorstellen:
Beim Big-Lift Vollgas, nach 2-3 Sekunden hoppelt das
Gespann langsam los und will Fahrt machen. Die SHK aufrichten
und mit möglichst kleinen Ruderausschlägen auf Kurs halten.
Dann in der Platzmitte gefühlvoll am Höhenruder ziehen
und bei etwas mehr als Schrittgeschwindigkeit abheben und in einem
halben Meter Höhe dem Big-Lift hinterher fliegen,
bis der dann fast am Platzende schließlich auch abhebt. Nun
ging es in mehreren Runden vorbildgetreu nach oben. Mittlerweile
hat die SHK etwa 50 Starts hinter sich und an den Einstellungen
wurde nichts mehr verändert.
Ein rundum schönes Modell, das Fraesfritz da gelungen ist.
Wem die Zeit zum Bau der Tragflächen und der Leitwerke fehlt,
dem bietet Fraesfritz die SHK auch mit rohbaufertigen
und verschliffenen Tragflächen und Leitwerken. Und last but
not least ist noch ein Scale-Holzrumpf mit GFK-Vorderteil in Planung.
Bernd Straßburger


Die Anlenkung des Pendel-V-Leitwerkes
mit zwei Schubstangen erwies sich als spielfrei und problemlos
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