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Hört man
das Wort Nurflügel, so denkt man heute zumeist an kleine,
einfache Styropor- oder EPP-Modelle. Mit etwas Klebeband zusammengehalten,
kommt man mit ihnen schnell zu einem ordentlich fliegenden Typ. Man
kann ein solches Modell aber auch, insbesondere einen Nurflügel,
selbst konstruieren und bauen und das in der altmodischen
Holzbauweise! Diese Möglichkeit, so musste ich feststellen, trifft
bei vielen Modellfliegern auf Verwunderung. Deshalb möchte ich
hier meinen Nurflügler Arado vorstellen, über
dessen Entwicklung und Bau ich auf dem XIII. Nurflügel-Symposium
in Scheidegg einen Vortrag gehalten habe.
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![]() Das präzise Aussägen und Zurichten der Teile aus Flugzeugsperrholz war dann allerdings eine Fleißaufgabe aber auch das gehört zum Modellbau. Die weitere Herstellung der Fläche unterschied sich kaum von der einer Balsarippenfläche: Rippen auf Holme setzen, Holmverkastungen einsetzen und die Endleiste anbringen. Neu für mich war lediglich das Aufbringen der Beplankung aus 0,4 mm starkem Sperrholz in einem Stück um die Profilnase herum. Aber mit etwas Geduld war auch dies zu schaffen. Jetzt stand der komplette Rohbau endlich vor mir. Fast zu schade zum Bespannen! Dennoch erhielten die offenen Rippenfelder eine Haut aus Oratex und die beplankten Teile eine Lackierung. Auf einen Rumpf hatte ich bei diesem Modell, im Gegensatz zum Original-Spezi bewusst verzichtet, denn es sollte ein reiner Nurflügler werden. Lediglich zum Schutz der Tragflächen bei der Landung und zum besseren Starten erhielt das Modell eine Kufe. Wegen des fehlenden Rumpfes und dem damit fehlenden Hebelarm zum Schwerpunkt benötigte ich dann leider etwas mehr Blei zum Auswiegen. Das Gesamtgewicht mit 3.900 g blieb aber im Rahmen meiner Erwartungen, und die Flächenbelastung von 38 g/qdm ist für einen Segler, der mit einem Quadratmeter Fläche schon zu den Großseglern zählt, sicherlich auch nicht zu viel. Beim Erstflug konnte der Arado auch gleich seine guten Flugeigenschaften unter Beweis stellen: Nachdem der erste Start mit den berechneten Werten für Schwerpunkt und Rudernullstellung völlig unproblematisch verlief, ließ der Aufwind am Haushang nach kurzer Zeit sehr zu wünschen übrig. Etwa fünfzehn Minuten dauerte der zähe Kampf, bis der Arado wieder Startüberhöhung hatte, aber dann probte ich gleich noch Rollen und Loopings. Dieses Modell hat also meine Erwartungen voll erfüllt: Es liegt wie ein Großsegler satt in der Luft, ist absolut gutmütig zu fliegen und zudem noch kunstflugtauglich. Einen Nachteil möchte ich allerdings nicht verschweigen: Mit seinen großen Flächentiefen ist das Modell leider etwas unhandlich. Zudem erfordert es, im Vergleich zu einem fertigen EPP-Modell, viel Bauaufwand. Sieht man dann aber den Arado mit den durchscheinenden Rippenflächen ruhig durch die Luft gleiten, muss man feststellen: Die Arbeit hat sich wirklich gelohnt. Ernst Faller
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Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 6/2003 Das komplette Inhaltsverzeichniss 6/2003 Zur Heftbestellung bitte hier entlang. © AUFWIND 2003 |