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In Aspach 2003
gewann Heino Dittmar, einer der maßgeblichen Wegbereiter der Elektroimpellerfliegerei,
mit seinem Nachbau des unkonventionellen Ares einer
Kampfjetstudie von Burt Rutan den Pokal für die beste Bauausführung.
Hier beschreibt er nun den mühsamen Weg zum Siegermodell:
Nach der griechischen Mythologie ist Ares der Gott des
Krieges. Im vorliegenden Fall jedoch steht Ares für
die Abkürzung Armed Response Effektive Support und
ist der Name des von Burt Rutan konstruierten Flugzeugs. Es wurde als
Low Cost Battlefield Attack Aircraft (LCBAA) frei ins Deutsche
übersetzt: preiswertes Gefechtsfeldflugzeug konzipiert.
Die Auslegung des in moderner Kunststoffbauweise aufgebauten Flugzeuges
erscheint auf den ersten Blick merkwürdig und gewöhnungsbedürftig,
nicht zuletzt durch den einseitig links liegenden Lufteinlauf und der,
auf der rechten Seite montierten Kanone. Durch diese Maßnahme
soll verhindert werden, dass Gase der Kanone in das Triebwerk gelangen.
Und die geometrische Grundauslegung des Ares ergibt ein
interessantes Flugbild: Delta/Trapez-Hauptflügel und vorgepfeilter
Kopfflügel.
Vor einigen Jahren wurde ich durch einen Bekannten auf dieses Flugzeug
aufmerksam gemacht, und fand sofort Gefallen daran. Doch erst als ich
Jahre später den Ares in dem Film Stählerner
Adler fliegen sah, nahm ich den komischen Vogel in
Angriff. Bevor ich mich jedoch dem Modell widmen konnte, musste ich
erst einen Bauplan erstellen. Dieses Unterfangen erwies sich dann aber
als unerwartet schwierig, da mir lediglich eine Dreiseitenansicht ohne
Rumpfquerschnitte zur Verfügung stand. Und die Tatsache, dass der
Rumpf nicht symmetrisch ist, erleichterte die Sache nicht gerade. Ich
entschied mich für die bewährte Halbschalenbauweise und fertigte
zur Überprüfung der von mir gezeichneten Rumpfschnitte einen
Satz Probespanten aus 3-mm Pappelsperrholz an, die auf dem Baubrett
im richtigen Abstand befestigt wurden. Und nachdem der eine oder andere
Spant korrigiert war, konnte der Bau endlich beginnen.
Die Spanten entstanden nun aus 2- und 3-mm-Sperrholz, ebenso der Bugfahrwerkskasten,
der gleichzeitig als Akkuauflage dient. Beplankt wurde mit 3-mm-Balsa.
Der hintere Rumpfbereich wurde abnehmbar gestaltet und der Luftkanal
über mit Schablonen geschnittenen Styroporteilen mit Harz und Glasgewebe
laminiert. Bei der Profilwahl für Tragfläche und Kopfflügel
half mir Frank Vieten: Er empfahl für den Hauptflügel ein
EH-10/9 und für den Kopfflügel das MH-43.
Zwecks einfacheren Transports sind Kopf- und Hauptflügel abnehmbar,
wobei Letzterer auch noch teilbar ist. Auch die zwei Seitenleitwerksausleger
sind über Schnellverschlüsse abnehmbar, aber nicht angelenkt.
Die Kabinenhaube wurde mir von Klaus Franken (Fa. Offshore) tiefgezogen.
Und als Einziehfahrwerk wurde ein pneumatisches von Peter Liebetrau
eingebaut.
Für den Antrieb des neuen Modells wurde ein Midi Fan
von WeMoTec vorgesehen. Ein B50-13 von Rainer Hacker, gesteuert
von einem 70A-Jeti-Regler und 16 Zellen RC-2000 sollten wohl reichen,
um die ungewöhnliche Konstruktion in die Luft zu bringen.
Zum Finish wurde das Modell mit Papier belegt und anschließend
dreimal mit Schnellschliffgrund G1 von Clou gestrichen. Das Original
war weiß und hellblau lackiert, was meiner Meinung nach aber in
der Luft einen zu hohen Tarneffekt (!) gehabt hätte. Ich entschloss
mich daher für die schwarz/rote Bemalung, wie die Ares
im besagten Kinofilm zu sehen war.
Der Erstflug richtige Profilwahl und Einstellwinkeldifferenz?
Ein Entenflugzeug war für mich absolutes Neuland. Doch egal, flieg
oder stirb! Nach einer scheinbar endlosen Rollstrecke auf der Hartpiste
zog ich das Höhenruder immer weiter, bis sich der Ares
mühsam vom Boden löste. Dass der von mir gewählte Schwerpunkt
viel zu weit vorn lag, wurde mir sofort klar. Warum jedoch das Modell
auch stark nach links wegdrehte, war nicht nachzuvollziehen. In Bodennähe
kränkelnd und bockend wurde sofort notgelandet! Dabei brach die
rechte Tragfläche, das restliche Modell blieb zum Glück ganz.Nachdem
ich den Schaden repariert hatte, habe ich das Modell noch einmal komplett
vermessen. Da keine maßlichen Abweichungen festzustellen waren,
blieb nur noch der Schluss, dass der Antrieb der Verursacher allen Übels
sein konnte. Weitere Überlegungen führten zu der Erkenntnis,
dass der linke Rumpfbereich vor dem Lufteinlauf durch die angesaugte
Luft und den sich dadurch bildenden Unterdruck nach links dreht.

Der Entenflügel mit negativer V-Form und der seitlich angebrachte
Lufteinlauf für das Triebwerk
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Heino Dittmar Mitbegründer der Elektroimpellerfliegerei
mit seinem außergewöhnlichen Ares.
Um dem entgegenzuwirken, habe ich nach einigen Versuchen den Impeller
soweit es ging an die linke Rumpfwand angebracht, damit der Luftauslasskanal
mit ca. 4,5 Grad nach rechts hinten ausblasen konnte. Diese Maßnahme
zeigte Erfolg: Zwar war die Tendenz nach links zu drehen noch nicht ganz
beseitigt, doch mit dem Ergebnis konnte ich erst mal leben und natürlich
auch fliegen. Je mehr das Modell aus seiner slippenden Fluglage
herauskam, um so besser wurden die Flugleistungen, und von da an zeigte
es sich von einer ganz anderen Seite: Das Flugverhalten war jetzt ausgesprochen
gutmütig und angenehm. Und die Wendigkeit war erstaunlich. Der Austausch
des Flugakkus gegen 16 Zellen GP-3300 machte dann aus der müden
Ente einen flotten Erpel.

Die gesamte Geometrie des Flugzeugs ist sehr ungewöhnlich, typisch
Burt Rutan eben
Doch Hochmut kommt vor dem Knacks: Im September 2003 wagte
ich mich in Aspach vor ein großes Publikum: Am Samstag gelang mir
wegen des starken Flugbetriebs leider nur ein Flug, bei dem sich mein
griechischer Gott allerdings von seiner besten Seite zeigte. Aber er zog
immer noch einen Tick nach links. Um am Sonntag einen wirklich schönen
Flug hinzubekommen, baute ich am Samstagabend im Heckbereich eine ca.
3 cm lange, leicht gewölbte Platte in den Auslass, um den Luftstrom
noch etwas mehr nach rechts umzuleiten. Doch das hätte ich lieber
nicht machen sollen. Als am Sonntag das Modell beim Anrollen leicht nach
rechts zog, hätte ich schon misstrauisch werden müssen. Denn
kaum hob der Ares ab, bohrte er sich auch sofort nach rechts
in den Boden. Dass diese kleine Änderung des Luftstroms sich dermaßen
stark auswirken könnte, hatte ich nicht erwartet. Eigene Dummheit!
Philipp Gardemin, Sprecher und Kommentator, betätigte sich als Ehrenretter
und gab über die Lautsprecheranlage bekannt, dass der Start wohl
durch eine Rückenwindböe missglückt war. Das war mir in
diesem peinlichen Moment auch ganz recht...
Der Ares wurde im Anschluss an Aspach wieder vollends aufgebaut
und wird nun weiter perfektioniert. Im nächsten Jahr sehen wir uns
wieder, dann aber mit einem gezähmten griechischen Gott.
Heino Dittmar

Auch an
Details wurde beim Bau nicht gespart, hier die seitlich angebrachte
Bordkanone

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