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Angefangen hatte
alles damit, dass Markus Wanner am Ende des Oktoberfestpokales F3B in
München 2002 seinen aktuellen Pylonrenner vorgeflogen hatte. Es
handelte sich dabei um einen Prototyp des Flügels der Ariane
P5 in Kombination mit Tokoloshi-Rumpf und -Leitwerk.
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Die kleine Schwerpunktwaage wird mit dem Modell
geliefert und ist ein unentbehrliches Hilfsmittel, wenn es um das Auswiegen
des Pylonflitzers geht
Die Feinjustierung erfolgt durch Verschieben des Antriebsakkus im Rumpf. Die Lage der übrigen Komponenten ist sowieso fix vorgegeben. Bedingt durch den schwereren Motor (ca. 30 g) musste der Akku in die hinterste Position geschoben werden. Als Abstützung zur Motorrückplatte wird ein entsprechend großes Stück EPP dazwischen geklemmt. Als Nächstes wurde das Abfluggewicht kontrolliert: Entsprechend den geltenden FAI-Regeln darf die Flächenbelastung von 75 g/qdm im Wettbewerbseinsatz nicht überschritten werden. Laut dem beiliegenden Datenblatt liegt diese Grenze bei einem Gewicht von 858 g. Bei meinem Modell lag das Gesamtgewicht bei 905 Gramm. Außer durch den Einsatz des FAI-Carbon-Motors gibt es bei den Komponenten kein Einsparungspotenzial. Doch auch diese Differenz würde bei meinem Modell nicht ausreichen. Nach Rücksprache mit der Fa. Carbon-Vertrieb wurde mir mitgeteilt, dass für den Wettbewerbseinsatz eigens selektierte Modelle mit entsprechend vermindertem Leergewicht ausgeliefert werden. Dieser Wunsch muss dann direkt bei der Bestellung bekannt gegeben werden. Nachdem zuletzt noch die Programmierung entsprechend der Baubeschreibung vorgenommen wurde die Ruderwege werden dabei in Prozent der Wegreduzierung und nicht in Grad oder mm angegeben konnte es zum Fliegen gehen. In fast 35 Jahren Modellflug habe ich unzählige Modelle aller Größen und Kategorien eingeflogen. Aber ich kann mich nicht erinnern, jemals so nervös gewesen zu sein. Doch das Wetter war ideal, der Akku randvoll und das Fluggelände hatte ich für mich alleine. Nach dem obligatorischen Reichweitencheck und dem Überprüfen der Ruder war es soweit. Mangels eines geeigneten Werfers wurde das Modell selbst gestartet. Tief durchatmen, Motor auf Vollgas, zwei Schritte Anlauf und ein kräftiger Wurf leicht nach oben. Das Modell beschleunigt enorm und der Motor klingt wie ein Haarföhn an der Hochspannungsleitung kein Wunder bei fast 50.000 U/min. Viel Zeit zum Staunen bleibt nicht, denn bei der enormen Geschwindigkeit und der geringen Modellgröße muss sofort eine Wende eingeleitet werden. Also mit Querruder bis auf Messerflug und dann leicht Höhe gezogen. Auf der Gegengeraden dann die Feststellung, dass leicht Höhe nachgetrimmt werden muss. Während des gesamten Erstfluges war ich voll damit beschäftigt das Modell in meiner Nähe zu halten. Vom kontrollierten Abfliegen eines Pylonkurses keine Spur. Nachdem mich der Timer am Sender auf die zur Neige gehende Akkukapazität aufmerksam gemacht hatte, wurde der Antrieb abgeschaltet und die Überfahrt in ca. 200 m Höhe umgewandelt. Nun konnte ich den beträchtlich gestiegenen Adrenalinspiegel mit Abgleiten der Höhe etwas abbauen und mich auf die Landung vorbereiten. Beim antriebslosen schnellen Überflug über die Piste machte mich ein deutlich zu hörendes Schlagen der Luftschraube darauf aufmerksam, dass die EMK-Bremse des Reglers aktiviert ist. Das Abbauen der Geschwindigkeit dauerte aufgrund des geringen Modellwiderstandes recht lange und das Modell zeigte sehr gute Gleiteigenschaften. Die Landeeinteilung muss also sehr sorgfältig erfolgen, da einerseits keine Bremsmöglichkeiten vorhanden sind und andererseits das Modell durch die hohe Flächenbelastung mit Minimalfahrt und waagerechter Tragfläche auf möglichst ebenem Untergrund aufgesetzt werden soll. Auch zeigte das Modell in den Landekurven keine Unarten und setzte tatsächlich in unmittelbarer Nähe des Piloten sauber auf. Ich war überglücklich und spürte erst jetzt die weichen Knie und die zitternden Hände. Im Laufe der folgenden Flüge wurde die Beherrschung des Modells immer besser und die Wenden immer zackiger. Und auch das Einhalten des Dreieckskurses bereitete keine großen Probleme mehr.
Jedes Querruder
bekommt sein eigenes 9g-Servo. Die Position der Servos muss sehr genau
ausgewählt werden, um einerseits eine saubere und gerade Anlenkung
zu erzielen und andererseits die Kabel so zu führen, dass nicht
versehentlich ein Ruder blockiert wird.
Die Ariane P-5 von Carbon-Vertrieb Weißgerber ist eine ausgereifte Konstruktion, deren Wettbewerbstauglichkeit durch Markus Wanner und seinem Einzug in die Nationalmannschaft bewiesen wurde. Trotzdem ist es kein überzüchtetes Rennpferd und kann auch von einigermaßen geübten und reaktionsschnellen Piloten problemlos beherrscht werden. Und mit dem Einsatz des FAI-Motors und guten Zellen kann man bei entsprechender Übung auch im Wettbewerb ganz vorne dabei sein. Günther
Aichholzer
Eng geht
es im kleinen Rumpf zu. Da muss der Einbau sorgfältig vorgeplant
und bei jeder Modellmontage konzentriert vorgegangen werden.
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![]() Auch wenn diese beiden Modelle fast gleich groß sind, könnten sie in ihrer Auslegung nicht unterschiedlicher sein |
Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 4/2004 Das komplette Inhaltsverzeichniss 4/2004 Zur Heftbestelluwng bitte hier entlang. © AUFWIND 2004 |