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Einer der Aussteller
der letzten Faszination Modellbau in Sinsheim glänzte
wieder durch eine Vielzahl an wunderschönen, fast ausschließlich
in gelb gehaltenen Modellen: X-models, mit Inhaber Marco Berti aus Cremona
(Italien).
Man hatte länger nichts mehr von X-models gehört. Durch
den Besitzerwechsel war einiges zu organisieren und umzustellen,
erzählte mir Marco Berti, der sich für die Zukunft außerdem
noch viel vorgenommen hat. Es gab aber nicht nur neue Gesichter bei
X-models, auch neue Modelle fielen mir auf. Eines davon war der Blade
1,5, ein Voll-GFK-Segler mit lediglich 1,5 m Spannweite, geteilter
Fläche und abnehmbaren V-Leitwerksteilen. Das geringe Packmaß
weckte natürlich sofort den Gedanken an einen Urlaubsflieger, den
man eigentlich immer mitnehmen kann. Bei genauerem Hinsehen begeisterten
so manche Detaillösungen, die in aller Regel nur bei größeren
Modellen üblich sind. Doch dazu später mehr. Das Packmaß
wollte ich gleich einmal testen und nahm das kleine Modell sofort mit.
Der Rumpf ist, wie bei X-models üblich, mit bereits fertiger Flächensteckung,
integriert in einem Rumpfpylon mit kleinem Flächenmittelteil, und
einem Rumpfboot versehen, in dem selbst die Servohalterungen schon eingebracht
sind. Die V-Leitwerksteile, auch in Voll-GFK-Bauweise mit Balsa als
Stützstoff, werden nur noch in die Halterungen geschoben und bleiben
abnehmbar. Und dann kommt auch schon ein tolles Detail: Die Anlenkungshebel
für das Leitwerk sind montiert. Es müssen lediglich die beiden
Kugelkopf-Halterungen aufgeschraubt werden und die Anlenkung ist komplett.
Gut gemacht! Doch scheinbar hat der Konstrukteur hier nicht ganz zu
Ende gedacht, denn die Anlenkungsstangen stoßen genau gegen die
eingeharzten Steckrohre der V-Leitwerksteile. Die Lösung des Problems
ist nicht kompliziert: Mit ein wenig Harz wird die Steckung im oberen
Bereich aufgedickt und im unteren Bereich weggefräst. Die Steckung
behält damit genügend Festigkeit und es entsteht ausreichend
Platz für die Anlenkstangen. Jetzt bleibt es natürlich jedem
selbst überlassen, ein oder zwei Servos fürs V-Leitwerk einzubauen.
Ich persönlich verwende bei Modellen dieser Größe grundsätzlich
nur ein Servo, da ich den Mehrwert eines Seitenruders bei kleinen Modellen
am Hang nur selten deutlich feststellen konnte. Außerdem bleibt
so in dem kleinen Rumpfboot genügend Platz für einen Piko2000-Empfänger
von Simprop, einen 1.600er-NiMh-Akku und natürlich den Schalter.
Und dann ist das Rumpfboot auch wirklich voll. Wer zwei Servos einsetzen
möchte, kommt an der Verwendung von Microservos nicht vorbei. Nicht
nur die Baugröße, sondern auch der Platz für die Stellhebel
lassen eine Verwendung von normalen 13-mm-Servos nicht zu.

Ein sechspoliger Stecker
von Multiplex übernimmt den "automatischen" Servoanschluss

Platz ist in der kleinsten
Hütte: das Höhenruderservo mit der schraubbaren Gestängezusammenführung
und vorne der Empfängerakku mit Trimmblei
Die Fläche
besteht aus dem 6 cm breiten Mittelteil auf dem Rumpf und den zwei Außenflügeln.
Gewissermaßen also ein dreiteiliger Flügel. Das Mittelteil
ist die Flächensteckung, die man mit zwei Senkkopfschrauben am
Rumpf befestigt. Die beiden Außenflügel ähneln in der
Flächengeometrie stark der Fläche des 2-m-Blade.
Sie sind am Ende wie Winglets leicht nach oben gezogen, haben eine relativ
große Flächentiefe und sind sehr präzise und genau gefertigt.
Die Flächenhälften sind wirklich schnell gebaut: Servos (Dymond
D60) in Schrumpfschlauch einschrumpfen und mit 5-Min.-Epoxy einharzen,
Anlenkungen und Ruderhebel anbringen, verkabeln, fertig. Das sind Arbeiten,
die dem geübten Modellbauer in kurzer Zeit gelingen. Wer die spätere
Montage der Außenflügel weiter vereinfachen will, baut für
die Servokabel noch entsprechende Steckverbindungen ein. Ich verwende
dazu die grünen sechspoligen Stecker von Multiplex. Sie haben eine
hohe Kontaktsicherheit und lassen sich einfach anbringen.
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Zwei Sahnestückchen sind die zwei V-Leitwerkshälften
- man beachte die hinter das Rumpfende verlängerten Ruderklappen
Nachdem nun alle Montagearbeiten
abgeschlossen waren, wollte ich den Schwerpunkt auswiegen. Und da war
sie auch schon, die zweite Überraschung: Es sind fast 100 g Blei
notwendig um den angegebenen Schwerpunkt zu erreichen, was dann in der
Summe für ein Fluggewicht von 915 Gramm sorgt. Nicht wenig für
ein 1,5er-Modell. Aber für den Einsatz am Hang sicherlich nicht
zu viel.
Der Erstflug musste am heimischen Platz in der Ebene stattfinden. Ein
kräftiger Wurf aus der Hand und der kleine Blade glitt
dahin. Ich musste ihn schon fast auf den Boden zwingen, um überhaupt
noch auf dem Gelände landen zu können. Es ist schon faszinierend,
welche Gleitwinkel die kleinen Modelle mittlerweile erreichen. Der nächste
Start dann am Gummiseil, mit 30 m Schlauchgummi und 100 m Nylonschnur.
Der kleine Blade schoss förmlich in die Höhe und
löste sich früh aus dem Seil. Der vom Hersteller angebrachte
Hochstarthaken ist doch recht nahe am Schwerpunkt, der Grund für
das schnelle Auslösen. Dennoch waren die ersten zwei großzügigen
Runden möglich. Wie soll man den Flug beschreiben? Der Blade
ist schnell unterwegs und macht dabei Strecke. Zur Landung lässt
er sich recht langsam machen, ohne plötzlichen Strömungsabriss.
Beim nächsten Start wurde der Steigflug mit ein wenig Tiefenruder
kontrolliert. Dabei erreichte der Blade eine Ausgangshöhe
von rund 150 m. Genug Luft zwischen Modell und Boden also, um Schwerpunkt
und Ruderausschläge zu prüfen. Es musste nichts geändert
werden, die Herstellerangaben passen wirklich gut. Wichtig jedoch ist
eine 40-Prozent-Differenzierung der Querruder. Damit lassen sich die
Rollen fliegen wie an der Schnur gezogen. Die Rollgeschwindigkeit ist
beängstigend hoch. So konnte ich auch an diesem Tag nicht genug
bekommen. Immer wieder habe ich das Seil gespannt und den Blade
in den Himmel gebracht. Auch konnte ich schon kleine Thermikbärte
auskurbeln. Doch so richtig Spaß macht es, den kleinen Segler
nach dem Ausklinken senkrecht nach unten zu steuern, in Höchstgeschwindigkeit
pfeifend den Platz zu überqueren und dann mit drei Rollen in Folge
die Landung einzuleiten. Zum Thermikfliegen ist der Blade
nun wirklich nicht entwickelt worden. Am Hang kann man das Modell richtig
jagen und dann wird es bestimmt nicht hangweilig.
Der Blade 1,5 ist genau das richtige Modell für den
Piloten, der am Hang Spaß haben will. Schnell, extrem wendig und
enorm stabil. Das geringe Packmaß lässt selbst einen Transport
auf dem Motorrad zu. Bemerkenswert und sicherlich auch den Preis rechtfertigend,
ist der hohe Vorfertigungsgrad. Mit ein wenig Koordination und Fingerfertigkeit
ist der Segler an zwei Abenden flugfertig. Ein tolles Modell für
den Neu- bzw. Durchstart von X-models.
Klaus Löcker

Eigentlich als Hangflitzer konzipiert, hat der kleine "Blade
1,5" auch am Hochstartseil eine gute Figur gemacht
Bezug bei:
X-models/Nuova Fulcro Service
Telefon: +39/0372/35138
E-Mail: info@fulcroservice.it
www.x-models.it
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