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Bei der Meteor handelt es sich um ein jugoslawisches Segelflugzeug in Ganzmetallbauweise. Es war zu seiner Zeit das erste Segelflugzeug mit 20 m Spannweite in dieser, für unsere Breiten doch recht seltenen Bauweise mit einziehbarem Fahrwerk und NACA-Laminarprofil. Als es 1956 zur Weltmeisterschaft in St. Yan in Frankreich erschien, wurde es zur Sensation. Es war das fortschrittlichste Flugzeug jener Zeit. Mit einer Gleitzahl von 1:42 setzte es neue Maßstäbe. Zehn Jahre lang nahm die Meteor erfolgreich an Weltmeisterschaften teil. Im Jahre 1958 brach die Meteor die Geschwindigkeitsweltrekorde über 100- und 300-km-Dreiecke. Leider wurden lediglich zwei Flugzeuge gebaut, die noch Jahre nach ihren Erfolgen im Segelflugzentrum Vrsac im Einsatz waren.
Es war die außergewöhnliche und mit keinem anderen Flugzeug vergleichbare Formgebung dieser Maschine, die mich reizte, die Meteor als Modell nachzubauen. In dem neuen Buch von Martin Simons Segelflugzeuge 1945-1965 fand ich dann eine sehr schöne Dreiseitenansicht der Meteor, die sehr gut als Bauunterlage geeignet war. Nach Überprüfung der Transportmöglichkeit im Auto zeigte sich, dass eine Spannweite des Modells von 8 m, bei einer Rumpflänge von 3,25 m, möglich war. Im Winterhalbjahr 2002 wurde dann das Projekt in Angriff genommen: Das Rumpfvorderteil wurde in Holzbauweise, bestehend aus 3-mm-Pappelsperrholzspanten und 4-mm-Balsabeplankung gefertigt. Bei der Erstellung des Leitwerkträgers habe ich Neuland betreten. Ab Endleiste Fläche besteht der Rumpf aus einer konischen kreisrunden Röhre. Dazu wurden aus Styropor zwei Halbschalen mit einer Wandungsstärke von 10 mm geschnitten. In jede Halbschale wurden sechs Kohlerovings in Längsrichtung eingelegt. Darüber kam eine Lage 80-g/qm-Glasmatte. Danach habe ich beide Halbschalen zusammengeklebt und von der Außenseite mit einer 80-g/qm-Glasmatte laminiert. So entstand eine sehr leichte und doch stabile Rumpfröhre.
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![]() Stolz darf der Erbauer eines so außergewöhnlichen
Großseglers sein: Arnold Hofmann mit seiner Meteor
Nach dem Verbinden der beiden Rumpfteile wurde die Seitenruderflosse in Balsabauweise aufgesetzt, danach der komplette Rumpf mit 80-g/qm-Glasmatte laminiert. Der Haubenklotz entstand aus Styrodur, mit mehreren Lagen Glasmatte überzogen. Beim Ziehen der Kabinenhaube war Helmut Ulmer behilflich. Das Einziehfahrwerk stammt aus dem Hause FEMA. Die Flächen entstanden in Styroporbauweise mit 1,3-mm-Abachibeplankung. Aus Transportgründen wurde die Fläche geteilt. Als Holm kam ein Doppel T-Holm, bestehend aus einem Glasschubsteg und Kohlestringern, zum Einsatz. Die Steckung am Rumpf besteht aus einem GFK-Stab von 28 mm Durchmesser.Die Steckung an der Flächenteilung erfolgt durch zwei Flachbandstähle. Wölbklappen und Querruder laufen in Hohlkehlen. Die Endkeulen wurden aus Balsaholz gefertigt und sind mit kleinen Rädern versehen, um Beschädigungen auf Hartpisten zu vermeiden. Die Höhenruderflosse entstand
ebenfalls aus einem Styroporkern mit 1,5 mm Balsabeplankung. Die Ruder
und auch das Seitenruder sind in Rippenbauweise mit Solartexbespannung
erstellt.
18 kg brachte das fertige Modell auf die Waage das entsprach einer Flächenbelastung von 68 g/qdm, was wiederum sehr gute Flugleistungen erwarten ließ. Der Erstflug fand im Frühjahr im F-Schlepp statt. Das Modell flog auf Anhieb perfekt. Es mussten keinerlei Änderungen vorgenommen werden. Die Flugeigenschaften sind als äußerst gutmütig zu bezeichnen und lassen keine Kritik aufkommen. Bei leicht positiv gesetzten Wölbklappen kann das Modell sehr langsam geflogen und eng gekreist werden. Bei nach oben gefahrenen Wölbklappen nimmt die Fahrt deutlich zu. Eine zu langsame Fluggeschwindigkeit kündigt sich durch deutliches Gieren um die Hochachse an. Bezüglich der Leistungen wurden meine Erwartungen voll erfüllt, denn die Meteor hat eine sehr geringe Sinkgeschwindigkeit und einen enormen Gleitwinkel. Die Landungen sind problemlos, denn bei voll gefahrenen Wölbklappen wird die Landegeschwindigkeit deutlich reduziert. Der hohe Bauaufwand hat sich gelohnt. Es macht viel Freude, dieses Modell zu fliegen und das wunderschöne, außergewöhnliche Flugbild am Himmel zu beobachten. Arnold Hoffmann |
![]() Das Höhenleitwerk wurde bewusst oberhalb der Tragflächenverwirbelung angeordnet. Das Seitenruder hat einen großen Flächeninhalte |
Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 4/2003 Das komplette Inhaltsverzeichniss 4/2003 Zur Heftbestellung bitte hier entlang. © AUFWIND 2003 |