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In AUFWIND 3/2004
wurde über den Bau des 3,6-m-Modells berichtet und in AUFWIND 5/2004
das erstellte Modell bereits als Postermotiv gezeigt. Der Bausatz von
Eduard Seidl (www.seidlpiper.de)
bot eine hervorragende Grundlage für das Exemplar und konnte auch
laufend durch eigene Ideen ergänzt und sinnvoll modifiziert werden.
Die Testläufe
des Motors am 17. April bei Torcman in Blaustein brachten wertvolle
Erkenntnisse
Annährend
gleichzeitig mit mir baute der in Finnland lebende Hannu Vuorinen
die 4-m-Version der Seidl-Piper, ebenso mit einem TM 685-Motor
von Torcman, jedoch mit 20 Windungen. Sein Modell wiegt 23,1 kg und
wurde mit zahlreichen Scale-Details ausgebaut
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Der Flügel wird mit je drei Lagen Klebeband
auf den Rumpf gedrückt. Querkräfte werden durch den Formschluss
zwischen Rumpf und Tragfläche aufgenommen.
Dann endlich, vier Tage nach den Testläufen in Blaustein, der große Tag: Mit zwei vollgeladenen Akkus im Bauch steht die 18,1 kg schwere HB-PQM das erste Mal auf der Startbahn des Modellflugplatzes. Für die Ruderausschläge tauschte ich mich vorher noch im Forum bei www.rcnetwork.de mit anderen Besitzern dieser Seidl-Piper aus. Noch ein kurzer Standlauf und ein gründlicher Reichweitencheck, dann wurde es wirklich ernst: Die Landeklappen in Startstellung auf 108 ausgefahren, langsam Vollgas und das Modell rollte bei 20 Prozent zügig los. Mit Seitenruder habe ich die Piper auf Kurs gehalten und nach zwanzig Metern mittlerweile lag natürlich Vollgas an hob das Modell ab und stieg im beeindruckenden 30°-Winkel in den Himmel. Alles passte! Die Ruderwirkungen waren direkt und exakt. Auf Sicherheitshöhe angekommen drosselte ich auf 50 Prozent und flog erst einmal ein paar große Runden um den Platz. Ein tolles Flugbild! Ich fasste sofort Vertrauen und fand Gefallen an dem Modell. Es ließ sich butterweich und wunderbar direkt steuern. Und der Sound des großen Motors mit dem Holzpropeller kam dem Original schon sehr nahe. Dann drosselte ich und flog tief an. Nach dem Abfangen Vollgas und mit beeindruckendem Antriebsgeräusch rauschte das große Modell wieder in einen Steigflug. Alles klar! Die erste Landung nach vier Minuten mit auf 70° gesetzten Klappen verlief ebenso perfekt und mit einem Schumi-Luftsprung habe ich diesen erfolgreichen Erstflug beschlossen. Die Akkus waren nur handwarm, Motor und Regler ebenso.
Beeindruckend
kräftig zieht der Torcman-Monster-Motor die große
Piper in die Luft
Der zweite Flug an diesem Tag sollte die Ergebnisse des Erstfluges bestätigen, doch es kam ganz anders: Der Start verlief noch etwas kraftvoller als der erste, die Flugakkus kamen nun in Fahrt. Doch inmitten des Steigflugs, nur wenige Sekunden nach dem Abheben, ging der Motor aus. Überlastung des Reglers? Konnte eigentlich nicht sein. Die große Piper senkte die Nase und holte Fahrt auf. Zwischenzeitlich stellte ich den Gashebel auf Null und schob ihn wieder vor. Zu meiner Überraschung kam der Motor wieder, ich zog die Piper in einem Halbkreis zurück in Richtung Flugplatz, dann ging der Motor wieder aus und blieb es auch. Mit voll gezogenem Höhenruder setzte ich das Modell auf dem benachbarten Feld auf. Alles war gut gegangen. Als ich bei der Piper ankam, sah ich, dass sie nur einen Meter vor einem tiefen Graben zum Stehen gekommen war. Wäre sie dort hineingerauscht nicht auszudenken! Doch was war passiert? Eine der drei 4-mm-Gold-Steckverbindungen zwischen Motor und Regler hatte sich gelöst, blieb dann wohl noch an der Spitze hängen, fiel dann aber ganz heraus. Also kein Regler- oder sogar Motordefekt einfach menschliches Versagen. Heute sind die Stecker mit Schrumpfschlauch gesichert so etwas sollte mir nie wieder passieren! Ein Video von den ersten zwei Flügen steht im Downloadbereich von www.aufwind-magazin.de sowie bei www.torcman.de (Praxisbeispiele) zum Download bereit. Viele weitere Flüge folgten bis heute. Mit den zwei 30-Zellen-Packs Sanyo RC-2400 erreiche ich Flugzeiten von bis zu zehn Minuten bei ruhigem Wetter und durchschnittlich sechs bis sieben Minuten, wenn auf Show geflogen wird. Auf dem Elektromeeting in Dietlingen bei Pforzheim am 1. Mai wurde ebenso geflogen, wie auch in Traunreut am Chiemsee und beim TUN-Testflugweekend in der Schweiz (siehe AUFWIND 5/2004). Und hier hatte ich mein ganz persönliches Highlight: Hansjörg Huber kam aus Zürich mit dem Original der HB-PQM angeflogen, damit wir unsere Flugzeuge mal zusammen aufstellen konnten. Ich flog ihm natürlich mein Modell vor und hatte dann die große Ehre, einen Rundflug über den Zürcher See mit der HB-PQM genießen zu können. Natürlich erforschte ich auch noch zahlreiche Details des Originals, die nun nach und nach umgesetzt werden. Dazu zählt auch die lange Suche nach einer Pilotenpuppe im Maßstab 1:3, die ich schlussendlich auf Empfehlung von Simon Cocker von AH Designs aus England bekam: Die Oberkörperfigur wiegt nur 88 g und sieht wirklich perfekt in der Piper aus. Die HB-PQM ist mein Flagschiff für die kommende Saison. Die Sperrholzbauweise kommt der Alltagstauglichkeit in hohem Maße entgegen, denn Transportschäden, Druckstellen und Kratzer sind dank der 1,5 mm starken Beplankung aus Flugzeugsperrholz absolut passé. Es macht ungemein Spaß das Modell auch am Boden zu handhaben. Allein das Beladen mit den zwei Akkupacks ist eine Schau für sich. Auf den im letzten Artikel bereits angekündigten LiPo-Akkupack warte ich noch. Ehrlich gesagt, sehe ich auch angesichts der finanziellen Investition keine echte Notwendigkeit darin. Denn bis zu zehn Minuten Flugzeit mit den 60 Zellen sind vollkommen ausreichend und mit einer großen Autobatterie und einem guten Schnell-Ladegerät sind die Packs innerhalb einer drei viertel Stunde wieder aufgeladen. Vielleicht später mal... Philipp Gardemin,
Fotos: Jochen Zaiser, Simon Cocker, Urs Pircher
Nach dem
Flug in Dietlingen am 1. Mai
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![]() Das Handling am Boden macht viel Spaß. Zum Aufbau ist allerdings ein Helfer nötig, der die Tragfläche hochhält während die Strebe angeschlossen wird |
Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 6/2004 Das komplette Inhaltsverzeichniss 6/2004 Zur Heftbestelluwng bitte hier entlang. © AUFWIND 2004 |