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Ganz große fünf Meter

Der neue "FS-5000" von Volker Klemm


Der "FS-5000" wird seit kurzem nun mit einem neuen Elektrorumpf angeboten

Mit "Die Kaiserklasse" betitelt Volker Klemm den 5-m-Segler auf seiner Website. Tim Bischoff ist Hangflieger und bekennender Fan der "FS"-Modellserie". Er hat sich mit diesem Modell einen Traum erfüllt. Hier seine Geschichte.

Bei den "FS"-Modellen von Volker Klemm überzeugen mich vor allem die robuste Alltagstauglichkeit, gepaart mit tollem Handling und klasse Flugleistungen. Meine erste "FS-4000" konnte ich vor fast zehn Jahren gebraucht ergattern. Es folgten eine "FS-4000 VXL" und eine "FS-3000". Dann kam der ersehnte Liefertermin für die neue "FS-5000" in greifbare Nähe. Volker Klemm erzählte mir von einem neuen Rumpf und bot mir an Beta-Tester zu sein. Also fuhr ich nach Meerbusch in Nordrhein-Westfalen und konnte eine wunderschöne "FS-5000" entgegennehmen. Volker nahm sich Zeit, zeigte mir jedes einzelne Teil und erklärte alles ausführlich. Besonders der Rumpf war von Interesse und wir besprachen, wie der Ausbau und der Verschluss der Nase am besten auszuführen seien.

Wieder zuhause angekommen, habe ich noch einmal alles zusammengesteckt. Sofort war klar: Wir brauchen ein größeres Wohnzimmer. Spaltmaße und Oberflächengüte waren wieder außerordentlich. Der Flügel wird - klassisch für die "FS"-Modelle - mit einem Bandringsystem aus Klebeband gehalten, ist vierteilig und in der Mit-te asymmetrisch geteilt. Dort wird er mit zwei sehr massiven, unterschiedlich langen Verbindern zusammengesteckt. Die Torsionsbolzen sitzen bereits alle am richtigen Ort. Auch die Ver- binder der Außenflügel bestätigten ihre Passung mit einem erfreulichem "Plopp" beim Herausziehen. Die Querruder wurden um acht Zentimeter pro Seite verlängert, was die Rollrate verbessert. Profiliert ist er mit einem modifiziertem "MH-32".

Die Rumpfhaube kann stets am Flügel verbleiben und wird mit zwei großzügig dimensionierten Inbusschrauben an Ort und Stelle gehalten. Die Bandtasche verhindert so manchen Schaden und sorgt dafür, dass der Flieger ohne Werkzeug am Hang aufgebaut werden kann. Die hintere Tasche wird aus 20-mm-Klebeband "Tesa 4104" erstellt, und die Haube wird von vorne eingeschoben. Der vordere Bandring wird aus vier Lagen 50 Millimeter breitem Klebeband "Tesa 4104" hergestellt und lässt sich vor- und zurückschieben. Also Flügel mit Haube hinten einstecken und den vorderen Bandring über die Haube schieben. Mein Rumpf trägt die Seriennummer 2. Er ist, wenn man die Rumpfhaube dazu zählt, vierteilig ausgeführt: Aufstecknase, Rumpfmittelteil, Haube und Leitwerksträger. Die Nähte sind dünn, die Oberflächen perfekt und die Passgenauigkeit maximal.

Die Unterschiede zum alten Rumpf sind eine um fast ein Grad verringerte Einstellwinkeldifferenz, ein größerer Durchmesser, ein kürzeres Endstück bei trotzdem um 40 Millimeter verlängerter Rumpfrute sowie eine abnehmbare Aufstecknase mit Akkubrett. Gerade letzteres ist für mich als Hangflieger ein klarer Vorteil. Da ich vor allem mit dem Elektrorad zum Hang fahre. So kann das Packmaß deutlich reduziert werden und beim Transport bleibe ich mit teuren Leitwerken nicht mehr an Ästen hängen.

Die Ausstattung des Modells sollte zeitgemäß erfolgen: acht Servos KST-"X10 V3" mit Rahmen und Gegenlager von Servorahmen.de, zwei KST-"X12", ein Hacker-Motor "B50-7XL", Stützakku 2s-LiIon 18650 und ein 6s-LiPo SLS 3.000 mAh. Das BEC im "Sword 120"-Regler ist ausreichend dimensioniert, allerdings nicht gegen Rückstrom gesichert. Deshalb habe ich Schottky-Dioden in alle, in den Empfänger führende Plusleitungen eingelötet.

Der Wohnzimmertisch wurde freigeräumt und auch meinem Schatz war klar: die nächste Zeit wird auf der Couch gefrühstückt! Die Verklebung der Servorahmen erfolgte mit "Ponal PUR"-Leim. Hierzu habe ich zwischen Rahmen und Servo die Folie der Rahmenverpackung platziert. Sie kann nach dem Aushärten rückstandslos entfernt werden. Rahmen und der Bereich im Flügel wurden angeschliffen und entfettet. Ohne lästiges Anmischen des Klebers wurden innerhalb eines Abends alle acht Servos in die Flügel eingebaut. Da der Kleber beim Aushärten aufschäumt darf aber nur eine dünne Raupe auf die Rahmen aufgebracht werden, da sonst mehr verklebt wird als man möchte. Nach 24 Stunden war das dann auch durchgehärtet.

Damit ich wie am Fließband arbeiten kann, beschwere ich die Servos nicht, sondern nutze ein Holzbrett mit einer Schraube. Und das funktioniert so: Das Brettchen muss etwas länger sein als der Servoausschnitt. Beim Anziehen der Schraube wird dann das Brett gegen die Unterschale und das Servo gegen die Oberschale gedrückt. Hier ist Gefühl gefragt. Zu festes Anzie- hen hinterlässt schnell Dellen auf der Oberseite.

Bei den vier Querrudern in den Außenflügeln werden die Mittelpositionen der Servos nicht verschoben. Das heißt: jedes Servo wird mit senkrecht stehendem Servoarm in Nullposition eingebaut. Als Hebel wird der einfache Servoarm und das erste Loch vom Zahnkranz ausgewählt. Bei den Wölbklappen der Mittelteile entschied ich mich für eine Verschiebung der Mittenposition, um möglichst 90 Grad Klappenausschlag zum Landen zu erreichen. Als Hebel wird hier ebenfalls der einfache Servoarm gewählt, diesmal jedoch das zweite Loch vom Zahnkranz aus. Das Servo wird auch hier in Nulllage gebracht, die Hebel nun allerdings auf dem Kranz versetzt. Bei den äußeren Klappen um eine Raste, bei den inneren Wölbklappen um zwei Rasten Richtung Endleiste. Um die Klappen anschließend auf Nullposition zu bringen, werden die Nullpositionen mittels Funktionskurve oder Mittenverstellung um 50 Prozent (äußere Klappe) und 85 Prozent (innere Klappe) in Richtung Holm verschoben. Die Ruderhörner waren bereits mit Gabelköpfen versehen im Flügel eingebaut. Die Kleinteile für die Anlenkungen habe ich in den Servoschächten mit Klebeband fixiert. Und nach dem Einbau der Anlenkungen die Gabelköpfe mit Sekundenkleber auf den Gewindestangen gesichert.

Als Nächstes wurde der Kabelbaum hergestellt. Ich habe acht Steckerpaare gecrimpt, die fünfpoligen Stecker von Muldental für die Außenflügel und die grünen sechspoligen Stecker von Multiplex für die Verbindung zwischen den beiden Mittelteilen angelötet und in den Flächen verklebt. Die Stecker liegen dem Set bei. Ungeduldigen würde ich hier raten, den fertigen Kabelbaum von Volker Klemm zu kaufen. Zugege- ben, die Arbeit war schon langwierig. Belohnt wurde ich allerdings - nach einer Flechteinlage meiner besseren Hälfte - von einem perfekten Kabelbaum für den Rumpf und die Flügel.

Nun ging es an den Rumpf. Die Fräsungen im Rumpfbrett sind passgenau für die KST- "X12". Das Ganze wird durch die Spanten und eine Schraube fest im Rumpf gehalten. Darauf finden außerdem der Stützakku, der Empfänger und ein Schalter für den Stützakku Platz. Für die Verbindung zur Elektronase habe ich mich ebenfalls für einen sechspoligen Multiplex-Stecker entschieden. Der Stützakku liegt als Block verlötet unter dem "Jeti R12"-Empfänger und wurde zusammen mit diesem eingeschrumpft. So fertig gestellt, habe ich das Päckchen in die hintere Rumpfröhre eingeschoben und mit einer Schrau- be fixiert.

Nun habe ich den Leitwerksträger aufgescho- ben und ausgerichtet. Dann, exakt nach Anleitung von Volker Klemm: Aufstecken, Mittelflügel aufschrauben und anschließend über die Endleiste peilen. Mit so einem großen Vogel ist das schon eine Aktion. Gesichert habe ich den Leitwerksträger mit einem Tropfen Sekundenkleber und einer 3-mm-Senkniete. So könnte bei einer Beschädigung der hintere Rumpfbereich mit geringem Aufwand ausgetauscht werden.

Die Höhenleitwerke, profiliert mit einem "HN-0655S" (7,95 Prozent), werden mit je zwei Steckungen aus Messing - gefüllt mit Kohlefaser - aufgesteckt. Diese greifen direkt in die zwei durchgehenden Holmstege, ähnlich wie bei einem Flügelaufbau. Wichtig ist, sie zuerst bis zum Anschlag in den Rumpfteil zu schieben und dann die Leitwerke aufzustecken. Auf diese Weise erreicht die Steckung ein sehr hohes Maß an Festigkeit. Als Sicherung dient hier Klebeband. So kann man sie, bewaffnet mit Kugelkopfzange für die Anlenkungen, für den Trans- port schnell abnehmen. Aufgebaut sind die Leitwerke nach dem gleichen Prinzip wie die Flügel. Außen eine Glasfaserhartschale, innen mehrere Glas- und Kohlefaser ummantelte Stege aus Depron. Die nehmen die Biegemomente auf und schaffen Drucksteifigkeit beim Anfassen und Handling. Unser Haus hat eine selbstschließende Eingangstür, die mir beim Schließen bereits ein Leitwerk eingeklemmt hat. Hier allerdings ist bis auf eine minimale Druckstelle auf der Unterseite nichts weiter passiert - wieder Pluspunkte beim Thema Alltagstauglichkeit!

Als Nächstes die Aufstecknase. Den Motor habe ich erst mit Klebeband und dann mit Schrumpfschlauch auf dem langen Motorbrett gesichert. Somit ist das die einzige Befestigung des Antriebsbretts. Der hintere Teil bleibt leicht beweglich. Insgesamt scheint mir dieses System zwar ausreichend fest, doch sehe ich hier Verbesserungspotenzial. Die gesamte Einheit kann durch Lösen der Motorschrauben im Spant einfach ausgebaut und gewartet werden. Auf dem Bild liegt der Stützakku noch hinter dem Motor. Das habe ich jedoch aus Schwerpunkts- und Sicherheitsgründen später geändert. Der Stützakku liegt nun unter dem Empfänger. Die Not- fallstromversorgung sollte nicht am Regler vorbeiführen. Im Falle eines Reglerschadens könnten die Kabel des Stützakkus ebenfalls beschä- digt werden. In einem solchen Fall hätte die doppelte Stromversorgung keinen Mehrgewinn an Sicherheit gebracht. Ebenso wurde der Regler aufgrund der Telemetriefähigkeit gegen den "Mezon 120lite" getauscht.

Der versetzte 38-mm-Spinner ist von Hyperflight - Farbe und Form passen perfekt. Als Luftschraube kommt die "LS10" (17,5 x 12,3 Zoll) aus dem Hause Klemm zum Einsatz. Der Schub mit dieser Kombination ist aus dem Stand heraus sehr gut und die Luftschraube liegt im Segelflug eng an. Der Akku wird mit Klett auf einem extra Akkubrettchen befestigt. Dieses hat eine Zunge mit der es vorn im Motorbrett eingeschoben und im hinteren Bereich ebenfalls mit Klett gesichert wird. Somit kann der Schwerpunkt einfach reproduzierbar mit dem Akku eingestellt werden. Das Brett ist so aufgebaut, dass der Akku im Falle einer harten Landung oder eines Absturzes nicht nach vorne rutschen und den Regler beschädigen kann. Fertig aufgebaut verschwinden Motor, Regler und 1/3 des Akkus in der Aufstecknase.

Bei der Befestigung der Aufstecknase habe ich mich für einen 10-mm-CFK-Splint mit Gegenfeder entschieden. Dieser führt durch Rumpf und Nase. Durch einfaches Herunterdrücken kann man die Nase abziehen oder aufstecken. Allerdings ist man bei Sport Klemm inzwischen einen Schritt weiter, sodass die Serienrümpfe alle mit ähnlicher Sicherung ausgeliefert werden. Der Akku kann nun entweder über die Nase oder über die Haube gewechselt werden. Das Abnehmen der Nase für den Transport ist einfach und der Rumpf ist auseinandergebaut kürzer als noch bei der "FS-4000 VXL".

Nun ging es an das Programmieren des Modells, insbesondere was den Acht-Klappen-Flügel betraf. Als Grundlage dienten die Einstell- werte von Volker Klemm. Beim ersten Einschalten empfiehlt er, erst den Stützakku einzuschalten, alle Funktionen zu testen und erst kurz vor dem Start den Flugakku anzuschließen. Das System mit den Schottkydioden lässt den Stützakku über das Regler-BEC laden. Somit ist dieser recht wartungsfrei, da er immer auf die Spannung des BEC gebracht wird, die sich allerdings um 0,3 Volt durch die eingebauten Schottkydioden verringert.

Doch jetzt geschah etwas Unerwartetes: Nach dem Einschalten des Stützakkus ging der Empfänger sofort in den Pairing-Mode. Das ließ mich stutzig werden. Es war nämlich nicht der "Bind Plug" im "EXT"-Steckplatz des Jeti-Empfängers, sondern der "Mezon 120"-Regler eingesteckt. Der "Bind Plug" ist eine Brücke zwischen der Minus- und Signalleitung des "EXT"-Telemetrieausgangs. Folglich musste der "Mezon"-Regler ohne angesteckten Flugakku so niederohmig sein, dass der Empfänger diesen als "Bind Plug" wahrnahm. Abhilfe schaffte, diesen auf den "E1"-Steckplatz des Empfängers zu setzen, der eine Telemetrie-Erweiterung, beziehungsweise einen reinen Telemetriekanal ohne Bindefunktion darstellt. Alternativ lötete ich eine Diode (diesmal natürlich anders herum als in den Plus-Leitungen) in die Minus-Leitung des Telemetriekabels. Man hätte auch einfach nur die Signal- leitung einstecken können. Ich wollte jedoch die Redundanz eines zweiten Anschlusses für das BEC nicht aufgeben. Die Diode löste das Problem bei Verwendung des "EXT"-Eingangs. Nun habe ich allerdings 0,6 Volt Spannungsverlust. Ist das BEC auf acht Volt eingestellt, werden dem Empfänger nur 7,4 Volt zur Verfügung gestellt. Da der Stützakku mit 2.900 Milliamperestunden allerdings sehr großzügig bemessen ist und ich bei Thermikflügen feststellen konnte, dass im Schnitt pro Stunde kaum mehr als 300 Milliamperestunden verbraucht werden, war diese Lösung für mich die beste. Selbst ein nur auf 7,4 Volt geladener Stützakku reicht aus, um bei einem Reglerausfall noch etliche Zeit weiter zu fliegen und absolut sicher zu landen. Auch kam mir entgegen, dass der Akku so nicht immer "voll" gelagert wird. Der Stützakku dient der Notfallstromversorgung bei Reglerausfall, nicht der Spannungsversorgung des Flugzeuges während des normalen Fluges. Wer auf das Einbauen von Dioden verzichten möchte kann direkt zu einem YGE-Regler greifen. Dieser kann allerdings nicht über den "EXT"-Steckplatz, sondern ausschließlich über einen auf "EXBus" gestellten "E1"- oder "E2"-Steckplatz des Emp- fängers Telemetrie zur Verfügung stellen.

Damit war der Aufbau des Modells abgeschlossen und es folgte das wirklich Wichtige: das Fliegen! Es war erst mein dritter Start mit einer "FS-5000", der erste mit dieser komplett neuen Konfiguration. Der Schwerpunkt wurde gleich etwas weiter hinten gewählt. 107 Millimeter empfahl mir Volker Klemm. Hier würde das Modell gerade laufen, ohne Abfangbogen oder Tendenz zum Unterschneiden. Die Waage zeigte 7,3 Kilogramm nach dem Auswiegen.

Für den Transport besitze ich eine Tragetasche "Bambino". Hier passen nun eine "FS-5000" und eine komplette "FS-3000" mit Zube- hör und Sender hinein. Also vier (!) Außenflügel, zwei Mittelteile "FS-5000" und zwei Rümpfe. Spart man sich einen Satz Außenflügel, könnte man sogar ein Mittelteil für eine "FS- 4000" mit zugehörigem Rumpf einpacken. So hätte man ganz unkompliziert für einen Satz Außenflügel drei Flugzeuge dabei.

Der Start der "FS-5000" mit laufendem Motor war imposant. Ein kleiner Schubs reichte und das Modell zog steil nach oben weg. Der Antrieb bringt in der Spitze über zwei Kilowattstunden. Der Strom sinkt schnell von anfangs 107 auf 95 Ampere, beim zweiten Steigflug circa 85 Ampere. Ein guter Akku ist Pflicht, der "SLS 45C"-Akku somit genau die richtige Wahl. Mit einem etwas betagterem "35C"-Akku waren hier im Schnitt nur noch 80 Ampere zu messen. Allerdings ist der Steigwinkel auch dabei noch beachtlich. Damit geht es, je nach Akku, mit durchschnittlich 16 Meter/Sekunde in den Himmel.

Die "FS-5000" ist direkt auf allen Rudern, dabei aber absolut lammfromm. Positiv verwölbt wird eingekreist und Höhe gemacht. Ist die Thermik zerrupft und eng, ist es auch kein Problem: Der große Vogel kann eng in der Thermik kreisen. Bereits nach fünf Minuten hatte ich vergessen, dass da 5,3 Meter Spannweite fliegen. Die Wendigkeit des Modells steht den kleineren Ausführungen in nichts nach. Allein der Durchzug hat nochmal zugelegt. Wenden lassen sich klasse fliegen. Das Grundtempo lässt viel erwarten und macht Lust auf mehr. Ebenso imposant ist die Gleitleistung. Großräumige Bereiche werden mühelos und negativ verwölbt, auch in kürzester Zeit abgeflogen. Das Flugbild ist, bedingt durch die hohe Streckung, ein Traum. Die Rollrate für ein Flugzeug dieser Größe ist wirklich imposant, sodass ich sagen möchte: hier ist der Pilot der begrenzende Faktor. Auch die abschließende Landung war genauso wie ich es mir gewünscht hatte. Die sechs, auf nahezu 90 Grad gestellten Klappen wirken brachial. So kam die "FS-5000" in fast Schrittgeschwindigkeit steil vom Himmel und ließ sich auf den Punkt landen - als wäre es nichts Besonderes. Auch die Geräuschkulisse lässt Männerherzen höherschlagen.

Die weitere Flugerprobung fand auf dem Flugplatz statt. Dank der Aufbauhilfe von Sport Klemm lässt sich das Modell bequem im Stehen aufrüsten. Zwischenzeitlich waren zwei Pakete angekommen. Eines mit dem "GPS-Logger 3" von SM-Modellbau und ein Paket von Klemm, mit einem neuen Antrieb und einem überarbeiteten Motorträger. Der hat auf mein Anraten hin Spanten bekommen, die für eine Fixierung in der Aufstecknase sorgen, sowie eine neue Befestigung für das Akkubrett. Der Akku wird weiterhin auf ein Brett zum Einschieben geklettet, das nun allerdings von einem selbstsichernden und arretierenden Verschluss gehalten wird. Als neuer Antrieb sollte nun eine Kombination aus einem vierpoligem "TP Power 3650-1870" und einem Plettenberg-Getriebe 5:1 zum Einsatz kommen. Der Motor macht einen sehr wertigen Eindruck und stellt in Verbindung mit dem Getriebe eine äußerst potente Antriebskombination dar.

Die Steigwerte haben gegenüber dem Hacker-Motor nochmals zunehmen können. So waren auch nach dem fünften Steigflug nachein-ander bis zu 20 Meter/Sekunde möglich. Selbst ohne Gegenwind lässt sich die "FS-5000" ohne Durchsacken ihrem Element übergeben. Die Drehzahl liegt zwischen 7.000 und 7.400 Umdrehungen pro Minute an der Luftschraube, der Motorstrom bei etwas über 100 Ampere. Die Motortemperatur konnte auch bei harten Tests, bei denen ich sieben Steigflüge auf über 200 Meter direkt nacheinander durchführte, nicht über 77 °C gebracht werden.

Mit dem GPS-Logger sind nun Geschwindigkeitsmessungen möglich und hilfreich. Die Frage war nun, ob es aufgrund der längeren Querruder eine höhere Flattertendenz geben würde. Beruhigt stellte ich nach einem Überflug aus 650 Meter Höhe mit knapp 360 Stundenkilometern fest: Hier flattert nichts! Auch Anflüge aus über 400 Meter Höhe mit Rechtecklooping brachten den "FS-5000" nicht an seine Festigkeitsgrenzen.

Obwohl ich doch eigentlich Hangflieger bin, erwischte ich mich dieses Jahr erstaunlich häufig auf dem Flugplatz. Das lag vor allem daran, dass die "FS-5000" unfassbar thermikhungrig ist. Gerne denk ich an den Tag zurück, an dem ich mich aus 55 Meter Höhe wieder an die Sichtgrenze kurbelte. Ich wollte gerade zur Landung kommen, da spürte ich ein sachtes Wackeln der Flügel und die Nase ging etwas nach oben. Also schnell noch eingekreist. Ganz langsam und flach flog ich meine Kreise, um die zerrissenen Blasen zu erwischen. Kreis um Kreis kamen ein paar Meter dazu und ich kurbelte immer enger, um im stärksten Aufwindbereich zu bleiben. Ab 100 Meter Höhe wurde das Steigen wieder stärker und so ging es wieder rauf bis auf über 700 Meter. Ein wahnsinnig gutes Gefühl, einen schon abgeschriebenen Flug noch zu retten.

Kurzum, nach all den Jahren ist und bleibt die "FS-5000" eine Orchidee. Die Veränderungen sind gut durchdacht und verbesserten das Grundkonzept nochmals merklich. Der Fokus liegt auf Alltagstauglichkeit und dynamischem Fliegen, egal ob in der Ebene oder am Hang. Es ist ein einfach zu fliegender, wendiger Großsegler mit breitem Leistungsspektrum und echten Nehmerqualitäten für den harten Alltagsbetrieb

Tim Bischoff


Fakten

"FS-5000" von Sport Klemm
Ein 5-m-Hochleistungssegler

Spannweite 5.240 mm
Länge 2.076 mm
Gewicht 7.300 g
Fläche 95,84 qdm
Flächenbelastung 76,17 g/qdm
Preis: 2.950 Euro
Bezug bei Sport Klemm
Tel.: 02159/4907
www.sport-klemm.de


Mit gleich drei Vertretern der "FS"-Modellserie ist der Modellpark für fast alle Wind- und Wetterlagen gerüstet


Die Höhenleitwerke werden mit je zwei Steckungen aus Messing - gefüllt mit Kohlefaser - aufgesteckt


Die Anlenkungen sind fast vollständig verdeckt, aber noch gut kontrollierbar


Die Kabelbäume wurden aufwändig verdrillt


Die Fräsungen im Rumpfbrett sind passgenau für die KST- "X12" durch die Spanten und eine Schraube gesichert


Dank der tatkräftigen Mithilfe von Partnerin Denise waren die vielen Servos schnell eingebaut


Die Servorahmen im Flügel wurden mit "Ponal Pur" eingeklebt und bis zum Aushärten mit einer Spannschraube gesichert


Die asymmetrische Trennung des Mittelflügels mit den stabilen CFK-Verbindern


Das Motorbrett ist eine durchdachte Konstruktion und wurde jüngst um die Spanten ergänzt


Der 38-mm-Spinner und die Luftschraube 17,5 x 12,3 Zoll kommen ebenfalls aus dem Hause Klemm


Die Aufbauhilfe für den Flugplatz macht die Montage des Modells auch im Alleingang zum Kinderspiel


Zur Landung können sechs der acht Klappen um fast 90 Grad nach unten gefahren werden


Der "FS-5000" ist ein einfach zu fliegender, wendiger Großsegler mit breitem Leistungsspektrum



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