TECHNIK

Beleuchtet und verpackt

Updates für den "Slope Infusion"


Mit dem "Slope Infusion" bietet der Himmlische Höllein einen leistungsfähigen 2-m-Segler an. Foto: Pascal Fempel

In AUFWIND 2/2021 wurde der Elektrosegler "Slope Infusion" vom Himmlischen Höllein ausführlich vorgestellt. Mittlerweile fliegt Steve Streff das Modell beleuchtet und Philipp Gardemin hat sich den Transportkoffer von Hager für das Modell angeschafft.

Passend für die kommende, dunkle Jahreszeit wollte Steve Streff wieder ein neues Nachtflugmodell aufbauen. Seine Wahl fiel auf den Elektrosegler "Slope Infusion". Entscheidend dafür waren die kompakten Abmessungen, der einfache und schnelle Auf- und Abbau, die steilen Abstiege durch Klappen mit sehr kurzen Landean- flügen sowie die guten Kunstflugeigenschaften.

Das Beleuchtungsmodul ist eine eigene Entwicklung und basiert auf einem Arduino-Board. Eine zusätzliche Platine sorgt für die Verbindungen zu den RGB-LED-Streifen und zu dem Empfänger. Die LED-Streifen verfügen über ein Bus-System. Somit können sämtliche LEDs im gleichen Strang unterschiedlich angesteuert werden und verschiedene Farben darstellen. Beleuchtungsmodul und LEDs funktionieren mit fünf Volt, so benutze ich die gleiche Stromversorgung für die Servos als auch für die Beleuchtung. Dies vereinfacht die komplette Verkabe- lung, da die Stromversorgung für die Servos und für die LEDs zusammengefasst werden kann. Um das interne BEC vom Regler nicht zu überlasten, wird ein separates BEC mit zehn Ampere Leistung eingesetzt. Bei maximaler Helligkeit der LEDs fließen aber nur circa zwei Ampere. Rechnet man nochmals zwei bis drei Ampere für die Servos hinzu, so ist man mit dem 10-A-BEC auf der sicheren Seite.

Die Verbindung der vier Servos und der LEDs in der Tragfläche zum Rumpf erfolgt über eine achtpolige Steckverbindung. Das Modul für die Beleuchtung wird über zwei Kanäle angesteuert. Ein Kanal für die Helligkeit und mit dem zweiten Kanal kann zwischen drei Programm-abläufen geschaltet werden. So sind im Modus 1 alle LEDs in Weiß statisch an und die Positionslichter Rot und Grün blinken an den Randbögen. Im Modus 2 gibt es einen Regenbogenfarben-Effekt mit Farbwechsel. Im Modus 3 habe ich einen Stroboskop-Effekt in verschiedenen Farben programmiert, mit einem Programmablauf mit allen Farben.

Die offene Rippenfläche des "Slope Infusion" bietet sich sehr gut an, um die LEDs in der Tragfläche zu integrieren. So wurde an jeder zweiten Rippe eine LED angebracht, um jeweils einen Rippenabschnitt auszuleuchten. Diese Bereiche wurden unten mit "Oralight weiß transparent" foliert und die Oberseite mit "Oracover pink transparent". Die restlichen Abschnitte, ohne LEDs, wurden mit normaler weißer Oracover bespannt. Um die kompletten LEDs in das Innere des Modells verlegen zu können, habe ich den Rumpf unten und oben mit großen Bohrungen versehen und die LEDs an den Rumpfseitenwänden angebracht. Der Rumpf wurde oben und unten mit "Oracover pink transparent" bespannt, sodass das Licht der LEDs gut durchdringen kann. Die komplette Beleuchtung machte den "Slope Infusion" nur rund 70 Gramm schwerer.

Die ersten Flüge - noch bei Tageslicht - waren erwartungsgemäß problemlos. Der "Slope Infusion" ließ sich immer schön langsam fliegen, oh-ne Abrisstendenzen. Ich war begeistert, wie schnell sich das Modell dennoch fliegen lässt und erstaunlich unempfindlich auf Wind reagiert. Die Flugzeit mit dem 3s-LiPo 1.300mAh ist mehr als ausreichend - 12 Minuten können immer erreicht werden, ohne Thermik und mit viel Kunstflug.

Wenige Tage später dann die ersten Flüge in der Abenddämmerung. Meine Vorfreude war berechtigt: Die Tragflächen werden sehr schön ausgeleuchtet und der beleuchtete "Slope Infusion" wirkt wunderschön am Nachthimmel. Et-was ganz Besonderes ist der Regenbogen-Effekt. Bei totaler Dunkelheit sieht man nur noch die Tragfläche und den Rumpf, da die Leitwerke nicht beleuchtet werden. Was in der Praxis aber keine Probleme darstellt. Auch in vollkommen dunkler Nacht kann das Modell sicher gesteuert und geflogen werden. Spektakulär sehen dabei die Kunstflugeinlagen aus, wie Rollen, Loopings oder Trudeln. Auch die Nachtflug-Landungen gelingen problemlos. Ich freue mich auf weitere schöne Tag- und Nachtflüge, da der "Slope Infusion" mir jetzt auch bei Nacht sehr viel Spaß bereitet.

Soweit Steve Streff über seinen Umbau. Auch Philipp Gardemin ist nach über einem Jahr im- mer noch begeistert von dem Modell. Um sich den Transport zu erleichtern, hat er sich den eigens für das Modell entwickelten Transportkoffer von CNC Hager angeschafft:

Zugegeben, bis dato haben es bei Modellen wie dem "Slope Infusion" auch selbst gebastelte Taschen aus Luftpolsterfolie getan. Doch nach dem erstmals durch Unachtsamkeit beim Transport abgeknickten Seitenleitwerk machte ich mir Gedanken, wie sich das verhindern lässt. Michael Hager hat sich schon lange auf die Konstruktion und Produktion von CNC-Bausätzen spezialisiert. Sein maßgeschneiderter Transportkoffer sollte die Lösung meines Problems sein.

Aufgebaut wird der Koffer aus CNC-gefrästen Teilen aus 3-mm-Ceiba Sperrholz. Deckel, Boden und Seitenteile werden doppellagig verklebt, kommen also auf sechs Millimeter. Diese Verklebung kann man mit dickflüssigem Sekundenkleber machen. Ich habe es jedoch mit leicht eingedicktem Harz erledigt und die Teile mit Gewichten gepresst. Folgt man der ausführlichen und mit jedem Bauschritt bebilderten Anleitung, geht der ganze Aufbau auch problemlos vonstatten. Beim Einkleben der Begrenzungen im Inneren des Koffers sollte man die Modellteile dazulegen, um hier keinen Messfehler einzubauen. Michael Hager hat einen sehr cleveren Innenausbau realisiert: Der Rumpf wird mit den Originalschrauben des Modells im Koffer gehalten und das Tragflächenmittelteil wird mit einer Kunststoff-Flügelschraube in der Flächenaufnahme befestigt. Die Außenflügel werden mit den Federstahlstäben freitragend durch eine Halterung geschoben und mit einer Krokodilklemme gegen ein Herausschieben gesichert. Da klappert nichts mehr. Innen habe ich den Koffer mit Klarlack gestrichen, außen mit blauer Acrylfarbe. Die Innenmaße des Koffers sind 1.129 x 289 x 84 Millimeter, die Außenmaße 1.140 x 300 x 90 mm. Scharniere und Griffe liegen dem Bausatz ebenfalls bei. Begeistert hat mich, dass die Anbauteile nicht mit schnöden Holzschrauben eingedreht, sondern allesamt mit Gewindeschrauben und Einschlagmuttern gesichert werden. Das hält dann auch mehr als nur eine (Ur- laubs-) Reise aus. Der Preis des Koffers: 59,90 Euro; Bezug bei CNC Hager, Tel.: 09531/9436898, www.cnc-hagershop.de

Redaktion


Steve Streff hat das Modell von innen heraus beleuchtet, mit drei Beleuchtungsmodi


Das Beleuchtungsmodul ist eine eigene Entwicklung und basiert auf einem Arduino-Board


Die offene Rippenfläche bietet sich sehr gut an, um die LEDs in der Tragfläche unterzubringen


In jeder zweiten Rippe wurde eine LED angebracht, um jeweils einen Rippenabschnitt auszuleuchten


Der Rumpf wurde oben und unten mit Löchern versehen und mit "Oracover pink transparent" bespannt.


Verschiedene Beleuchtungsmodi machen das Modell zum Hingucker


Der "Slope Infusion" ist im Transportkoffer von Michael Hager sicher und stabil verpackt



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Diesen Beitrag und noch viel mehr finden Sie in AUFWIND Ausgabe 5/2021

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