TEST

Eine kompakte Zweimot

Eine "Partenavia P.68" von Multiplex


Zweimotorige Modelle wie die "Partenavia" zeichnen sich durch ihre einfachen Flugeigenschaften und die hervorragenden Flugleistungen aus

Elektrisch fliegen sich mehrmotorige Modelle immer noch am besten. Und ist das Vorbild dann auch noch ausgewiesen gutmütig, ist der Erfolg vorprogrammiert. Das weiß man auch bei Multiplex. Philipp Gardemin hat das brandneue Modell geflogen und berichtet darüber.

Wer die Multiplex-Modelle in der flugfertigen "RR"-Ausstattung kennt, weiß, dass man sich auf die Entwickler und ihre Konstruktionen verlassen kann. Alles ist komplett, fertig verkabelt und funktioniert aus der Packung heraus. Selbst wenn es mal defekte Teile geben sollte - was sich in so einer Serienfertigung nie ausschließen lässt - ist der Austausch, wie etwa von Servos problemlos möglich. So auch bei der neuen "Partenavia": Das Modell hat 1.400 Millimeter Spannweite und richtet sich an die fortgeschrittenen Modellsportler, die eine einfach zu fliegende Zweimot für den Alltagseinsatz suchen.

Ausgestattet ist diese schicke Zweimot mit zwei "Roxxy C28-28" (1.400 kv) und je einem "MULTIcont BL-20"-Regler. Fertig angeschlossen und verdrahtet, benötigt man hier nur noch einen 3s-LiPo mit 2,6 bis circa 5 Amperestunden. Eine Besonderheit des Antriebs sind die gegenläufigen Luftschrauben mit 8 x 5 Zoll Durchmesser. Damit ist das Modell optimal motorisiert und zeigt keinerlei Tendenz zum Gieren, selbst bei Geschwindigkeitswechseln. Liebe zum Detail hat Multiplex auch beim Bugfahrwerk bewiesen. Es ist speziell für das Modell aus Aluminium CNC-gefertigt und mit knapp zehn Millimeter Federweg ausgestattet. Das verhindert wirkungsvoll ein Rumhüpfen beim Rollen oder ein Springen bei Start oder Landung. Das Hauptfahrwerk ist ein eloxierter Aluminiumbügel und wird mit drei M3-Schrauben befestigt und mit einem Kunststoffeinsatz verschlossen. Weitere überzeugende Ausstattungen sind, neben den sieben (!) eingebauten und fertig angeschlossenen 13-g-Servos, auch die werkseitig montierten LED-Lande- und Navigationslichter sowie die Lande- klappen. Als verbleibende Montageschritte mussten lediglich die Höhenruder- und Klappenanlenkungen angesteckt, sowie die Luftschrauben und ihre Spinner montiert werden.

Für den Empfänger hat der Rumpf auf der Unterseite einen mit Magneten gesicherten Deckel. Hier kommen werkseitig alle Kabel zusam- men, und der Empfänger lässt sich auch ohne Fingerakrobatik einsetzen und mit Doppelklebeband befestigen. Die Kabel sind in ihren Funktionen beschriftet. Werkseitig wurden die zwei Klappenservos, die beiden Querruderservos und das Seitenruder mit dem Bugradservo jeweils über ihre Kabel gekoppelt. Dies ermöglicht den Einsatz eines Senders mit fünf Kanälen. Wer die Servos lieber unabhängig voneinander einstellen will, der trennt die Kabel auf und schließt alles einzeln an. Doch so viel vorneweg: Alle Servowege und -richtungen haben perfekt gepasst. Das Licht wird nicht geschaltet, es leuchtet dauerhaft mit dem Anschließen des Flugakkus.

In rund 30 Minuten wurde das Modell aus dem Lieferzustand heraus zusammengesteckt. Die Motor- und Servo-Anschlüsse in der Tragfläche werden über je zwei Paare der sechspoligen Multiplexstecker angeschlossen. Ein Verwechseln ist nicht möglich, dafür wurde durch die Verwendung von jeweils "Männchen" und "Weibchen" auf einer Seite gesorgt. Die herausziehbaren Kabellängen sind ausreichend, um auch mit "normal großen" Fingern alles anschließen zu können. Puristen und Perfektionisten würden hier sicherlich alles auf einen Stecker löten, entsprechend belastbare Steckverbindungen bietet beispielsweise Muldental Elektronik an.

Die angesteckten Tragflächen werden dann mit jeweils zwei M3-Schrauben mit Innensechskant fixiert. Auch das Höhenleitwerk ist abnehmbar, von hinten in den Rumpf eingeschoben und mit einer längeren M3-Schraube ge- sichert. Besonders positiv aufgefallen ist hier der präzise Kunststoffeinsatz, der einen exakten Sitz auch nach zigmaligem Ein- und Ausstecken sicherstellt. Lediglich die Anlenkung muss abgenommen werden, da sich das Servo in der Rumpfseite befindet.

Auf der Rumpfoberseite, zwischen Cockpit und Tragfläche befindet sich ein großer Deckel mit Schnellverschluss. Der ermöglicht einen bequemen Zugang zur Akkuauflage. Hier gibt es werkseitig ein Klettband und einen Spanngurt, aber keinerlei Begrenzungen für den Akku. Das bietet die Möglichkeit einer beliebigen Akkugröße, bedingt aber auch ein exaktes Einstellen des Schwerpunkts mit entsprechender Markierung, damit der Akku auch immer wieder an seinen Platz kommt.

Auf dem Flugplatz lässt sich das Modell erstaunlich gut auf der gemähten Wiese rollen. Das Bugfahrwerk ermöglicht ein enges Manövrieren und Aufstellen zum Startlauf. Mit Vollgas rollt das Modell zügig los und lässt sich nach kurzer Strecke mit etwas Höhenruder abheben. Deutlich schöner sieht jedoch langsames Gas geben, langes Rollen und sanftes Abheben aus. In der Luft schließlich lässt sich die "Partenavia" wie ein Trainer fliegen. Alle Ruder wirken exakt und direkt, das Modell schaukelt nicht nach und ist dabei auch ausgesprochen wendig. Die Antriebsleistung reicht für einen zügigen Steigflug im 45-Grad-Winkel. Zum Herumfliegen am ruhigen Abend reichen rund 30 Prozent Motorleistung. Übertreibt man es mit der Langsamkeit, sackt das Modell stabil durch, kippt aber nicht ab. Loopings, Rollen und ausgedehnte Rückenflüge machen Spaß und stehen der "Partenavia" auch gut. Mit voll gesetzten Klappen lassen sich steile Anflüge und kurze Landestrecken realisieren. Mit nur drei Millimeter Tiefenruderbeimischung muss man das Höhenruder auch nur zum Abfangen anfassen. Mit dem von Multiplex empfohlenen 2,6-Ah-Akku sind gut und gerne zehn Minuten Flugzeit die Regel. Ein zweiter Akku mit stolzen fünf Amperestunden (+ 135 Gramm) passt übrigens ebenso gut und verdoppelt die Flugzeit. Gezeigt hat sich bei den Akkuwechseln, dass die "Partenavia" auch in punkto Schwerpunktlage absolut unkritisch reagiert - man sollte es nur nicht übertreiben.

Kurzum: Die "Partenavia" ist ein schickes Sportmodell mit zwei Motoren, fliegt sich entspannend gut und ist seitens Multiplex ein Volltreffer. Gut gemacht!

Philipp Gardemin
Fotos: Philipp Gardemin, Laura Gardemin


"Partenavia P-68" von Multiplex
Ein zweimotoriges Elektromodell

Spannweite 1.400 mm
Länge x.xxx mm
Gewicht 1.550 g
Fläche xx,x qdm
Flächenbelastung xx,x g/qdm
Preis: 359,90 Euro
Bezug im Fachhandel
www.multiplex-rc.de


Mit viel Liebe zum Detail wurde das Modell entwickelt. Die beiden Propeller drehen gegenläufig


Das Bugfahrwerk ist klasse! Aus Aluminium gefertigt, gut gefedert und über einen Wartungsdeckel zugänglich


Das Seitenruderservo sitzt direkt in der Flosse. Puristen würden es sicherlich noch Rot anmalen


Die Landeklappen sind vorbildgetreu gerundet und lassen sich bis 90 Grad absenken


Der große Rumpfdeckel ermöglicht einen bequemen Zugang zum Akkuwechsel


Flugbild, -leistungen und -eigenschaften sind tadellos und begeistern Piloten wie Zuschauer gleichermaßen


Ein paar Kunstflugfiguren sind problemlos und stehen dem Modell auch optisch ganz gut


Die Wirkweise der großen Landeklappen ist ausgesprochen gut. Mit ein wenig Tiefenruderbeimischung bleibt das Modell absolut neutral


Landungen werden mit den Klappen zum Kinderspiel und sehen ausgesprochen gut aus



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