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Elektrisch segeln

RES-Fliegen mit dem "RESco" von Kavan


RES-Elektrosegelflugmodelle erfreuen sich dank ihrer Auslegung großer Beliebtheit

Mit der Übernahme des Traditionsunternehmens Kavan erfolgte für den tschechischen Eigentümer Pelikan sozusagen der Startschuss zum Erfolg. Ei-nes der ersten Produkte war das RES-Elektromodell "RESco". Milan Lulic berichtet über den Gleiter.

Nachdem ich schon viel Spaß beim Bauen und Fliegen mit Modellen aus Holzbausätzen hatte, wollte ich nun den "F3-RES 2M RESco" in der ARF-Version näher kennenlernen. Auch als Bausatz ist der Segler erhältlich. Das ARF-Modell kommt mit gut in Folie verpackten Teilen an: Ein leichtes Holzrumpfboot mit hochwertigem Carbonrohr als Leitwerksträger, dazu die dreiteilige Tragfläche und die Leitwerke aus CNC-gefrästen Balsateilen. Dann noch das Zubehör, selbstklebende Abziehbilder und eine kurze Bauanleitung in Deutsch, Englisch und Tschechisch mit einigen Bildern. Bespannt wurde das Modell vom Hersteller in "Oralight"-Bügelfolie transparent. Auch die passenden Antriebskomponenten wurden mitgeliefert: Ein "Foxy 2208-1000"-Motor, ein 20-Ampere-Regler, Klapp-Luftschraube 9x 6 Zoll und zwei 3s-LiPo-Akkus mit 450 Milliamperestunden. Für die Servos habe ich aus meinem Fundus zwei einfache 12-mm-Servos für Seiten- und Höhenruder sowie ein "Dymond D-47" für die Bremsklappe verwendet. Das Modell wurde bei Pelikan in Tschechien entwickelt und wird dort auch fabriziert - alles absolut sauber gefertigt und gebügelt.

Bei der Fertigstellung des Modells gab es nicht viel zu tun. So habe ich am Rumpf Magnete für den Kabinendeckel eingeklebt. Dabei gehe ich immer so vor: Zuerst klebe ich die beiden Magnete in den Rumpf, bedecke sie mit Klebeband und setze die Gegenmagnete drauf. Anschließend noch Kleber an die richtigen Stellen im Kabinendeckel geben und den Kabinendeckel auf die Magnete drücken. Dann musste ich noch einen kleinen Halbspant hinten im Rumpf und einen Spant in die CFK-Anformung als Übergang vom Rumpf zum Rohr einkleben. Nun konnten die Bowdenzugrohre auf eine schmale Balsaleiste geklebt und damit in das Rohr eingeschoben werden.

Aufgesessen bin ich einem Fehler in der Bauanleitung, wo die Anlenkung für das Höhenruder hinten aus dem Rohr herausgeführt werden sollte. Das Ruderhorn befindet sich aber nicht genau in der Mitte des Höhenruders sondern etwas versetzt auf der linken Seite. Also feilte ich einen neuen Durchlass auf der richtigen Seite aus - schon war die Welt wieder in Ordnung.

Jetzt musste das CFK-Rohr in den Rumpf gesteckt, genau ausgerichtet und verklebt werden. Ich habe dazu das Tragflächenmittelteil auf dem Rumpf und das Höhenleitwerk auf dem Carbonrohr festgeschraubt. Dann auf das Carbonrohr das CFK-Übergangsstück geschoben und das Rohr durch das Rumpfende gesteckt. Nun wurde die ganze Einheit auf dem Tisch ausgerichtet und die Tragfläche an beiden Seiten parallel zur Tischfläche unterlegt. Daraufhin habe ich das Rohr mit dem Höhenleitwerk ge-nau im Lot mit der Fläche eingestellt. Schließlich konnte ich das Rohr am Rumpfende mit etwas Sekundenkleber sparsam fixieren. Nun wurden Tragfläche und Höhenleitwerk vorsichtig demontiert und das Rohr im Rumpf wie auch der CFK-Übergang mit Epoxidharz verklebt.

Die Steckung der Tragflächenaußenteile ist sehr solide mit einem Carbon-Verbinder, zwei Buchendübeln und Magneten realisiert. Ich habe in das Mittelteil die Carbonverbinder und die Buchendübel eingeklebt. Den Magneten dann wieder mit Klebeband abgedeckt und den zweiten Magneten aufgesetzt. Dann im Außenteil Kleber zugegeben und die Tragflächen zusammengesteckt. Damit passt der Magnet zu 100 Prozent und die Steckung ist gesichert. Einer alten Gewohnheit folgend wiege ich immer die Flächenteile meiner Modelle. So kann ich wenn nötig mit Bleikügelchen im Randbogen ausgleichen. Das linke und das rechte Außenteil wo-gen jeweils exakt 52 Gramm - perfekt. Im Mittel- teil habe ich noch ein kleines "D47"-Servo (17 x 22 x 8 mm; 4,7 g) für die Bremsklappe angepasst und befestigt.

Der voll ausgerüstete "RESco" wurde gewogen und der Schwerpunkt kontrolliert. Trotz leichtem Spinner und Mittelteil von HM-System musste ich hinten im Kohlerohr etwa fünf Gramm Ballast befestigen. Der von Pelikan beigelegte "Foxy"-Motor dreht den 9 x 6 Zoll großen Propeller bei einer Eingangsspannung von 10,8 Volt mit einer Drehzahl von 7.500 Umdrehungen pro Minute. Die Eingangsleistung beträgt damit 95 Watt. Diese Leistung sollte defini- tiv reichen um den "RESco" mit einem Gewicht von 535 Gramm sicher und schnell auf Höhe zu befördern.

Mein "RESco" stieg schon mit halber Motorleistung flott in den Himmel. Mit voller Kraft ging es senkrecht, und ich konnte nach kurzer Zeit den Antrieb ausschalten. Mit den vorgegebenen Werten für die Ausschläge ließ sich das schöne Modell sehr gut und sicher fliegen, schnell stellte sich Vertrauen ein. Ehrlich gesagt war ich davor ein wenig skeptisch. Schließlich war es für mich seit längerer Zeit wieder ein Zweiachs-Elektrosegler. Diese Skepsis verflog aber schon im wahrsten Sinne des Wortes beim ersten Flug. Auch in niedriger Höhe ließ sich das Modell, dank der guten Seitenruderwirkung, sehr sicher in den Kurven fliegen. Wendigkeit und Ruderansprache sind bei dem "RESco" einfach super.

Wieder auf Höhe gestiegen, testete ich die Wirkung der Klappe: Auf circa 50 Grad ausgefahren ließ sich das leichte Modell beinahe senkrecht ohne echte Fahrtaufnahme herunterdrücken! Gut zu wissen, so ist ein sicherer Abstieg aus der Thermik garantiert! Und die Landung? Landen mit oder ohne Bremse ist kein Problem. Für die Landung mit Bremsklappe habe ich die Bremse auf 20 Millimeter hoch (etwa 30 Grad) und mit beigemischten drei Millimeter Höhenruder eingestellt. Das klappt prima.

Nicht nur bei der Fertigstellung bereitete mir das gelungene und hübsche kleine Elektrosegelflugmodell viel Spaß. Es fliegt auch außerordentlich gut. Auch der Transport des Modells ist durch die dreiteilige Tragfläche einfach. Mit dem "RESco" wird sicherlich (fast) jeder Pilot seinen Spaß haben.

Milan Lulic


Fakten

Elektrosegelflugmodell "RESco"
Eine Neuheit von Pelikan/Kavan

Spannweite 1.990 mm
Länge 1.125 mm
Gewicht 535 g
Fläche ca. 36,16 qdm
Flächenbelastung ca. 14,8 g/qdm
Preis: ca. 340,- Euro
Bezug im Fachhandel
www.kavanrc.eu


Das ARF-Modell kommt mit sehr sauber erstellten und bespannten Bauteilen beim Kunden an


Das Zubehör ist komplett verwendbar und ebenfalls von guter Qualität


Das Antriebsset wurde direkt mitbezogen und ist ideal für das Modell


Das Übergangsstück aus CFK wird mit einem Spant auf dem Rohr befestigt


Die Steckung und Sicherung der Tragflächenteile ist stabil und funktionell


Die Leitwerke sind sehr formschön. Ein gut gemachtes Gadget ist der eingelaserte Schriftzug der neuen Hausmarke



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