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Gemeinschafts-Projekt

Eine "ASK-14" im Maßstab 1:2,5


Die "ASK-14" entstand aus Teilen der "Ka-6" und ist bis heute ein beliebter Oldie unter den Motorseglern

Das Original der "ASK-14" wurde bei Alexander Schleicher in Poppenhausen an der Wasserkuppe gebaut und flog erstmals im April 1967. Fräsfritz und Hunschok haben diesen Oldie wiederaufleben lassen. Bernd Straßburger hat das Modell gebaut.

Mit den guten Segelflugleistungen der Segelflugzeuge "Ka-6" und "Ka-8" im Kopf, konstruierte Rudolf Kaiser die Motorsegler "K11" und "K12". Als sich dann Alexander Schleicher dazu entschloss, einen Motorsegler in Serie zu produzieren, entstand die "ASK-14" mit einer Spannweite von 14,3 Metern. Die Tragflächen wurden damals ganz einfach von der bewährten "Ka-6E" verwendet. Hergestellt wurden von 1968 bis 1972 rund 60 Exemplare, von denen bis heute noch erstaunlich viele im Flugbetrieb sind.

Voraussetzung für die Konstruktion des Modells im Maßstab 1:2,5 war ein sehr hoher Anspruch an die Originaltreue des Modells. Hier sollten keine Kompromisse eingegangen werden. Konstruiert wurde nach Originalunterlagen aus Poppenhausen und aus den Besichtigungen einiger noch fliegender Originale. Entstanden ist ein Bausatz mit GFK-Rumpf, GFK-Motorhaube, einer klaren Kabinenhaube samt Rahmen sowie Tragflächen und Leitwerke in Holzbauweise. Als Zubehör angeboten werden ein vorbildgetreues Einziehfahrwerk aus gelöteten Stahlrohren (349,- Euro) und ein ebenso vorbildgetreuer Kraftstofftank. Letzterer ist wie beim Original aus GFK gefertigt und ist sogar spritdicht nutzbar. Konstru- iert wurde das komplette Modell bei Fräsfritz, Eigentümer der Rumpfform ist Uli Hunschok.

Ich hatte die Ehre, das Rumpf-Urmodell bis zum endgültigen Finish zu bauen. Als Basis nutz-te ich eine genaue Seitenansicht, die aus 6-mm-Pappelsperrholz gefräst wurde. Auf beide Seiten habe ich Halbspanten aufgesetzt. Eine Beplankungsstärke von drei Millimetern wurde abgezogen, um den genauen Querschnitt des Rumpfes nicht zu verändern. Über beide Rumpfseiten habe ich in der Rumpfsehne noch zwei Gurte mit 5 x 10 Millimeter Querschnitt eingepasst. Zwischen die Spanten dann Roofmate-Klötze eingepasst und mit langen, flexiblen Schleiflatten verschliffen. In diesem Zustand ging der Rohling nach Velbert zu Uli Hunschok. Er laminierte drei Lagen Köper-Gewebe 163 g/qm auf. Nach unzähligen Arbeitsschritten mit sorgfältigem Spachteln und Schleifen wurde der Rohling lackiert und durfte dann zehn Wochen auslüften, bevor er in die Trennebene zum Abformen gelegt wurde. Während dieser Zeit konnte ich schon die Tragflächen und Leitwerke bauen. Schließlich gelang es uns noch vor dem Lackieren des Rumpfurmodells, die rohbaufertigen Tragflächen an das Rumpfurmodell anzupassen. Daraus resultierend ist ein fantastischer Rumpf/Tragflächenübergang gelungen.

Wie bereits erwähnt, wurden die Tragflächen und Leitwerke in Holm-/Rippenbauweise aufgebaut. Alle Rippen sowie die meisten Verstärkungs- und Verkastungsteile wurden CNC-gefräst. Der Kunde muss das Holz für die Holme und die Beplankungen in Eigenregie beschaffen. Die Tragflächen wurden in Rückenlage auf dem mehrfarbigen Bauplan aufgebaut. Mit angefrästen Stützfüßen an den Rippen funktioniert das bestens. Jede Tragflächenhälfte hat vier Holmgurte mit 5 x 10 Millimeter Querschnitt. Durch die Holmverkastung vorne und hinten und durch die Beplankung oben und unten entsteht ein sehr stabiler Kastenholm. Aufgebaut und beplankt wird in Normallage, wobei alle Beplankungsteile, Aufleimer und Rippenecken absolut vorbildgetreu sind. Jetzt konnte der Flügel vom Baubrett gelöst und die Stützfüße entfernt werden. Umgedreht wurde er in eine mitgelieferte Helling ge- legt und auf der Oberseite beplankt. So entstanden im Ergebnis absolut verzugsfreie Bauteile.

Als Tragflächenprofil kommt ein "HQ 3.0" zum Einsatz. Es hat an der Wurzel eine Dicke von 14 Prozent, am Anfang des Querruders dann 12 Prozent und am Randbogen dann wieder 13 Prozent Dicke. Diese Dickenerhöhung am Randbogen wirkt ähnlich einer früheren Schränkung. Als Bremsklappen wurden die Exemplare von Florian Schambeck eingebaut. Die Funktion dieser Klappen fliege ich auch bei Motorseglern auf dem Steuerknüppel mit der Rasterfunktion. Die Gasregelung übernimmt ein Schieberegler in der Mitte des Senders.

Auch die Leitwerke entstanden in gleicher Bauweise. Das Höhenleitwerk ist mit einem "HQA-0-12" profiliert. Besonders erwähnenswert sind auch die Lagerung und Ansteuerung des Pendelhöhenleitwerks. Hier kommt eine nadelgelagerte GFK-Wippe zum Einsatz. Das Servo für diese Wippe sitzt in einem Kasten im Abschluss-Spant.

Obwohl das Modell auch ideal für einen guten Elektroantrieb ist, wollte ich in meinem Fall einen Benzinmotor mit Anlasser einbauen. Ich habe mich für einen "DLE 30"-Motor entschieden, bei ACP in Berlin gibt es auch den passenden Bordstarter. Bei dieser Antriebsauslegung sollte man im vorderen Rumpfbereich alle erforderlichen Einbauten sehr sorgfältig planen. So habe ich den Bereich vor der Kabine in zwei Ebenen getrennt. Unten verweilen der Schalldämpfer und der Benzintank, oben geht es etwas enger zu: Hier befinden sich zwei 2s-LiFe-Akkus mit 2.600 Milliamperestunden, ein 2s-LiPo für die Zündung des Motors, der Zündschalter sowie ein 3s-LiPo und ein passender Hochstrommagnetschalter für den Anlasser. Die beiden Servos für Gas und Choke befinden sich vorne auf dem Brandspant, direkt beim Vergaser. Die ganze Motorsteuerung benötigt vier Kanäle für Gas, Zündung, Choke und Anlasser. Ich habe die Kombination Anlasser und Choke auf einen Zweistufenschalter am Sender gelegt. In der ersten Stufe wird der Anlasser aktiviert und dann beim Durchziehen in die zwei-te Stufe kurz der Choke. Da man bei einem Neustart in der Luft den Choke nicht mehr braucht, reicht also ein Schalten in die erste Stufe auf den Anlasser.

Da zu dem Zeitpunkt der Fertigstellung meines Modells das vorbildgetreue Fahrwerk noch nicht zur Verfügung stand, habe ich kurzerhand auf das größere FES-Fahrwerk von Fema-Modelltechnik zurückgegriffen. Dieses habe ich, um ein wenig Originaltreue herzustellen, um 180 Grad gedreht, also mit der Schwingenlagerung nach hinten. Beim Original der "ASK-14" steht das Rad um circa ein Viertel des Durchmessers aus dem Rumpf heraus.

Insgesamt arbeiten zehn Servos Hitec- "D645 MW" in meinem Motorsegler, die über eine "Powerbox-Sensor" aus den zwei LiFe-Akkus versorgt werden. Meine "ASK-14" wog letzten Endes, trotz eines zusätzlichen Trimmgewichts von 900 Gramm, flugfertig 15,5 Kilogramm.

Das Modell hat ein atemberaubendes Flugbild und macht mir sehr viel Spaß. Bei abgestelltem Triebwerk segelt die "ASK-14" hervorragend. Ich benutze einen "Menz S"-Holzpropeller mit 18 x 10 Zoll. Für die Serie kann man bei Uli Hunschok einen vorbildgetreuen Propeller erwerben. Dieser steht von Grund auf in der Segelstellung und mit der Aufnahme der Motordrehzahl "pitcht" er in die Schub-Stellung.

Bernd Straßburger


Fakten

"ASK-14" im Maßstab 1:2,5
Ein klassischer Motorsegler

Spannweite 5.720 mm
Länge 2.750 mm
Gewicht 15.500 g
Fläche xxx,x qdm
Flächenbelastung xx,x g/qdm
Preis: 1.579 Euro
Bezug bei Fräsfritz
Tel.: 06431/3503
www.fraesfritz.de


Von 1968 bis 1972 wurden rund 60 Exemplare gebaut. Foto: M. Münch


Für die Urform des Rumpfes wurden Spanten auf die Seitenansicht geklebt und anschließend aufgefüllt


Die Tragflächen wurden mit gefrästen Teilen in Rückenlage aufgebaut und beplankt


Nach nur wenigen Monaten Bauzeit des Prototyps stand das Modell auf der Piste und konnte zum Erstflug gestartet werden


Das Flugbild des schönen Modells hat auf Anhieb begeistert


In der Luft zeigt sich die "ASK-14" wie ein Großsegler und ist in den Flugeigenschaften und -leistungen mit einer "Ka-6" in gleicher Größe vergleichbar


Dank der großen Schambeck-Störklappen sind kurze und zielgenaue Landungen möglich



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